Fonds-Ranking
Zinsanstieg verhagelt Rendite der Rentenfonds

Zinsanhebungen der Notenbanken, Renditeanstiege in fast allen Laufzeitbereichen und damit einhergehend Kursverluste an den Anleihemärkten - Rentenfondsmanager müssen ihre aktuellen Zwölf-Monats-Ergebnisse fast durchweg mit dem Rotstift schreiben.

HAMBURG. Zinsanhebungen der Notenbanken, Renditeanstiege in fast allen Laufzeitbereichen und damit einhergehend Kursverluste an den Anleihemärkten - Rentenfondsmanager müssen ihre aktuellen Zwölf-Monats-Ergebnisse fast durchweg mit dem Rotstift schreiben. Da machen Verwalter, die ihrem Portfolio außer auf Euro lautende Titel auch europäische Fremdwährungen beimischen, keine Ausnahme. Immerhin: Während reine Euro-Fonds im Durchschnitt 1,52 Prozent an Wert verloren, waren es in der Kategorie "Renten Europa" nur 1,17 Prozent (siehe Tabelle).

"Auf Euro-Basis haben die Märkte in Großbritannien, Schweden, Polen und Tschechien besser abgeschnitten als die der EuroZone", sagt Andreas Bockberger. Der Manager des Raiffeisen-Euro Plus-Rent der österreichischen Raiffeisen KAG konnte die Verluste seines Fonds sogar begrenzen und ein Ergebnis von 0,53 Prozent erzielen. Damit belegt er unter allen 74 Fonds der Kategorie Rang zwölf.

Während in Großbritannien der Anleihenmarkt eine deutlich bessere Wertentwicklung aufwies als in der Euro-Zone, waren es in den anderen Ländern festere Währungen, die Bockberger zufolge zur Verlustbegrenzung beigetragen haben. Positiv habe sich auch bemerkbar gemacht, dass er in den ersten beiden Quartalen die mittlere Kapitalbindungsdauer (Fachwort: Duration) der gehaltenen Anleihen reduziert habe, um die Zinsempfindlichkeit des Fonds zu mindern.

Mittlerweile hat Bockberger den Anteil lang laufender Anleihen jedoch wieder aufgestockt, aktuell liegt die Duration bei 6,19 Jahren. Der Raiffeisen-Manager ist überzeugt, dass an den Rentenmärkten das Schlimmste überstanden ist. "Die konjunkturelle Abkühlung in den USA, die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland und eine fiskalpolitische Kursänderung in Italien hellen das Bild auf", sagt er und erwartet zum Jahresende sogar leicht sinkende Renditen.

Ganz so optimistisch gibt sich Olaf Beckmann-Haag von der Deka nicht. Der Manager des auf Rang 19 platzierten Deka Lux-Bond erwartet aber, dass die Renditen - wenn überhaupt - nur noch moderat steigen werden. Deshalb hat er die Duration in den vergangenen Wochen wieder angehoben, aktuell liegt sie bei 5,9 Jahren. Beckmann-Haag investiert noch intensiver als Bockberger außerhalb der Euro-Zone. Während 73 Prozent des Raiffeisen-Fonds in Euro-Papieren stecken, sind es beim Deka-Fonds nur 59 Prozent.

Neben der etwas günstigeren Gebührenstruktur ist der höhere Euro-Anteil für Christian Michel ein Grund, warum er im direkten Vergleich dem Raiffeisen-Fonds den Vorzug gibt. "Grundsätzlich steigen mit einem hohen Fremdwährungsanteil nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken", sagt der Analyst der Analysegesellschaft Feri Rating & Research.

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