Fonds
Rentenfonds unter Wasser

Viele Jahre galten Anleihefonds als sichere Anlage, zum Beispiel deshalb, weil sie weniger schwanken. Doch sie erwiesen sich viel riskanter als gedacht. Für Privatanleger ist das Risiko der Fonds als kaum tragbar.
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New YorkAus historischer Sicht gelten Erträge von Rentenfonds im Vergleich zu Aktienfonds als weniger anfällig für plötzliche Schwankungen. Doch das gilt nicht in diesem Jahr: Fonds mit langfristigen Staatsanleihen oder Firmenschuldverschreibungen sind im Vergleich zu Aktienfonds so volatil wie seit der Jahrhundertwende nicht mehr, wie aus Daten des Fondsbeobachters Morningstar aus Chicago hervorgeht. Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung ist, dass die gesunkenen Renditen von Langfristanleihen diese grundsätzlich anfälliger machen für stärkere Gewinne und Verluste.

Diese Lage trifft auf eine ohnehin für stärkere Volatilität anfällige Marktverfassung - angesichts der Schuldenkrise in Griechenland und den Marktverwerfungen an den chinesischen Aktienbörsen. Ausgebufften Händlern steht überdies mit dem gewachsenen Angebot an Derivaten eine günstige Möglichkeit offen, die Märkte in größerem Umfang in die gewünschte Richtung zu bewegen.

Alleine in den USA sind seit der Finanzkrise etwa eine Billion Dollar in Anleihefonds geflossen. Aber die Marktverfassung birgt derzeit ein Risiko, das viele private Anleger nicht mehr tragen mögen. Entsprechend fließt derzeit Kapital aus dem Anlagesegment ab, und zwar erstmals in diesem Jahr. Als Folge bleiben Anleihen unter Druck - nach dem bereits schwächsten Quartal überhaupt.

Die Strategin Kate Warne von Edward D. Jones & Co. in St. Louis drückt es so aus: „Bei langfristigen festverzinslichen Anlagen gehen die Leute derzeit höhere Risiken ein, als ihnen klar ist“. Die Volatilität an den Anleihemärkten sei einfach noch nicht auf den Radarschirmen der Anleger angekommen.

Weltweit haben die Rentenmärkte auf Monatsbasis in diesem Jahr keine längeren Gewinnstrecken verzeichnet. Dem um ein Prozent höheren Juli war ein Verlust im zweiten Quartal von 2,2 Prozent vorangegangen. Es war das stärkste Minus seit mindestens 1996, wie aus Daten der Bank of America hervorgeht. Und in den USA ist die dortige Notenbank so nah wie nie an ihrer Leitzinswende. Bei nahezu Null steht das Leitzinsniveau mittlerweile seit 2008. Die nächste Fed-Sitzung findet Mitte September statt. „Die aktuelle Lage begünstigt ohnehin die Volatilität, und nun tritt die erste Veränderung der Geldpolitik seit vielen Jahren hinzu“, sagt Alan Gayle von RidgeWorth Investments in Richmond im US-Bundesstaat Virginia.

Kommentare zu " Fonds: Rentenfonds unter Wasser"

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  • @Hein Bloed

    Vielleicht ein U-Boot?

  • Da schwimmt doch das Schwein schon den ganzen Tag mit dem Kopf unter Wasser. Meinen Sie es wird nochmal lebendig oder ist das wie bei einem Fond.

  • @Herr Carl Andersen

    Der Zuname ist identisch. Aber der Vorname nicht: Cal.

    - Cal Andersen - Vielleicht ein Verwandter von Ihnen?

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