Fonds
Rohstoffe liefern reinen Ertrag

Ein Computer steuert einen Rohstoffonds der Deutschen Bank durch die Preiskapriolen. Und das durchaus erfolgreich: Seit seiner Auflegung hat der Rechner in einem höchst volatilen Markt stabile Erträge erwirtschaftet. Mit aktuell knapp 1,1 Mrd. Euro ist der DB Platinum Commodity inzwischen der zweitschwerste Rohstofffonds in Deutschland.

FRANKFURT. Die beiden Manager eines Rohstofffonds der Deutschen Bank sitzen zwischen allen Stühlen. Sie sind verantwortlich für einen Rohstofffonds, der seiner Kategorie nicht eindeutig zuzuordnen ist. Sprechen dürfen sie über ihr Produkt auch nicht, denn sie sind keine klassischen Fondsmanager, sie betreuen ein quantitatives Produkt. Dessen Anlegestrategie bestimmt ein Computer. Und der ist durchaus erfolgreich.

So erwirtschaftete der Computer für den DB Platinum Commodity Euro Fonds seit seiner Auflegung im Mai 2005 stabile Erträge: in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 13 Prozent p.a. Im Jahr 2007, dem Rekordjahr für Rohstoffe, kam er sogar auf 41 Prozent Wertentwicklung. 2008 schnitt er allerdings mit einem Jahresverlust von rund 31 Prozent vergleichsweise schlecht ab. Bis ins erste Halbjahr 2008 schwamm der Fonds noch auf der Rohstoffwelle; im zweiten Halbjahr nahmen die Anleger dann verstärkt Gewinne mit. Im laufenden Jahr erwirtschaftete der Fonds aber wieder einen Ertrag von rund 16 Prozent. Aktuell sind knapp 1,1 Mrd. Euro im DB Platinum Commodity investiert. Er ist damit der zweitschwerste Rohstofffonds in Deutschland nach dem mit 2,2 Mrd. Euro Volumen doppelt so großen Schroders Alternative Solutions Commodity A.

Die Rohstoffanleger mussten in den vergangenen zehn Monaten immer wieder hohe Preisschwankungen aushalten. Der Preis für Rohöl beispielsweise stürzte von Oktober bis Dezember 2008 von 100 Dollar um mehr als 50 Prozent ab. Am Jahresende kostete ein Barrel WTI-Rohöl nur noch knapp 40 Dollar. Der DB Platinum Commodity Euro soll derart hohe Preisschwankungen ausgleichen. "Insgesamt muss der Anleger des Fonds aber von steigenden Rohstoffpreisen ausgehen", sagt Nicolai Tietze, Produktexperte beim X-Markets-Team der Deutschen Bank.

Das Anlagekonzept des DB Platinum Commodity ist nicht aktiv, aber auch nicht vollständig passiv. Es setzt auf einen Index aus zwölf Rohstoffen: Außer Öl und Erdgas sind Gold und Silber ebenso im Index vertreten wie die Industriemetalle Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel und Blei. Von den Agrarrohstoffen liegen Soja, Mais und Weizen im Korb. Das Produkt setzt ausschließlich auf einen Preisanstieg der zwölf Rohstoffe. Mit fallenden Preise verdient es kein Geld. Das sogenannte Hedging erfolgt lediglich zur Absicherung gegen das Wechselkursrisiko.

Die Gewichtung der Rohstoffe erfolgt nach einem Computermodell: Der Mean-Reversion-Algorithmus gewichtet automatisch die zu ihrem langfristigen Mittelwert relativ teuren Rohstoffe unter. Vergleichsweise günstig bewertete Rohstoffe gewichtet das Modell über. Die Mittelwerte stammen aus dem Ein- und dem Fünfjahresdurchschnitt.

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