Fonds-Rückgabemöglichkeit
Fondsprofis suchen Alternative zur Schließung

Probleme durch die tägliche Rückgabemöglichkeit von Fonds entstehen immer dann, wenn die Märkte, in die der Fondsmanager investiert, grundsätzlich wenig liquide oder zeitweise ausgetrocknet sind. Angesichts der Schließung einiger Fonds für forderungsbesicherte Anleihen (ABS) denken Fachleute darüber nach, wie sich derart extreme Maßnahmen vermeiden lassen.

FRANKFURT. „Man könnte etwa in absolut kritischen Kapitalmarktlagen die Anteilsrückgabe erschweren, indem man Rücknahmefristen einführt, oder die Rückgaben eines Anlegers in seiner absoluten Höhe begrenzt“, sagt Wolfgang Mansfeld, Präsident des Investmentverbandes BVI, in einem Handelsblatt-Gespräch. Solche Regelungen sind bei Hedge-Fonds bereits Standard und auch bei den geplanten Infrastrukturfonds vorgesehen. Mit der Novelle des Investmentgesetzes könnten sie zudem bei offenen Immobilienfonds eingeführt werden.

Wird der Manager dann von hohen Anteilsrückgaben überrollt, kann er diese entweder gar nicht oder nur – durch die erzwungene Liquidierung von Fondsinvesments – zu unsinnig niedrigen Preisen befriedigen (siehe: „Die Regel und die Ausnahme“). Dieser Krisenfall trat bei ABS-Fonds im August ein. Nur die BNP Paribas Asset Management hat ihre damals eingefrorenen Fonds seither wieder geöffnet (siehe: Nachgefragt).

Mansfeld sieht eine Schließung generell als äußerste Ausnahme. „Die tägliche Rückgabemöglichkeit ist ein hohes Gut, dabei muss es im Allgemeinen bleiben“, sagt er. Die Anlagebranche sollte seiner Meinung nach jedoch darüber nachdenken, ob Fonds mit hochspezialisierten Anlageinstrumenten wie im ABS-Fall nicht Voraussetzungen schaffen sollten, um Anteilsrückgaben im Extremfall zu erschweren.

„Das ist grundsätzlich ein richtiger Ansatz und besser als die aktuelle Situation, in der es keine Zwischenstufe zwischen offen halten und schließen gibt“, sagt Andreas Steck, Partner für Investmentrecht bei der Kanzlei Linklaters. Roland Baum von Baum Financial Services Law Team sieht die Herausforderung vor allem darin, angemessen flexible Lösungen zu finden. „Die Anlagegesellschaft könnte festlegen, welchen Prozentsatz der Rückgabewünsche sie mit Blick auf die Marktlage befriedigen kann und den Rest auf den nächsten Tag vortragen – bis sich die Lage bessert“, überlegt der Hamburger Rechtsanwalt.

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