Fonds-Strategie
Aktives Management bringt in Europa wenig Mehrwert

Der Fidelity-Euroland-Fonds liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Index. Passive Infexfonds liegen jedoch praktisch gleichauf. Im aktuellen Umfeld sehen Experten diese Anlageform aber eher kritisch.

HAMBURG. Alexandra Hartmann versteht sich als Stockpickerin, die unabhängig von Indizes investiert. "Die Ländergewichtung ist ein Nebenprodukt der Einzeltitelauswahl", sagt die Managerin des Fidelity Euro Blue Chip Fund und erklärt damit, warum beispielsweise französische Unternehmen in ihrem Fonds nur mit 17 Prozent vertreten sind, im Vergleichsindex MSCI EMU dagegen mit 30 Prozent. Auch was die größten Einzelpositionen - neben Eon und Telefonica auch die Deutsche Börse und der spanische Pharmawert Grifols - betrifft, gibt es Abweichungen.

Der Ausleseprozess, für den Hartmann auf 71 europäische Aktienanalysten zurückgreifen kann, hat sich auf den ersten Blick durchaus gelohnt. Mit einem vergleichsweise moderaten Minus von 4,59 Prozent per Ende Februar belegt der Fidelity Euro Blue Chip Fund im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 106 auf Euroland-Aktien spezialisierten Fonds Rang sechs. Der MSCI EMU verlor im gleichen Zeitraum 7,68 Prozent, der populärere DJ Euro Stoxx 50 immerhin 6,47 Prozent.

Allerdings: Ein passiver Indexfonds - Fachwort: ETF für Exchange Traded Funds - von Lyxor auf den Euro Stoxx 50 liegt mit dem Fidelity-Fonds praktisch gleichauf - auf Zwölf-Monats-Sicht ebenso wie im Drei-Jahres-Vergleich. Zwei weitere, auf Wachstumswerte spezialisierte ETFs auf den Rängen zwei und vier erzielten sogar ein leicht besseres Ergebnis. "Im Prinzip müsste sich der Fidelity Euro Blue Chip Fund mit diesen beiden ETFs messen, weil auch Alexandra Hartmann eher einem wachstumsorientierten Ansatz folgt", sagt Björn Drescher. Der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" verweist darauf, dass die Fidelity-Managerin ihren Fonds erst Anfang 2007 übernommen hat. "Zuvor wurde der Fonds in der Tat eher indexnah gefahren", kommentiert Drescher das Drei-Jahres-Ergebnis und rät Anlegern, die weitere Entwicklung zu beobachten.

Obwohl prinzipiell durchaus ein Freund kostengünstiger ETFs, sieht Drescher diese Instrumente im aktuellen Umfeld eher skeptisch: "Wenn die Märkte weiter fallen, fallen sie eins zu eins mit." Etwas anderes sei es, wenn ein Anleger im Vorfeld der Abgeltungsteuer ein langfristiges Investment suche, um die Steuerfreiheit späterer Kursgewinne zu konservieren. "Dafür kommt ein ETF auf den DJ Euro Stoxx 50 durchaus in Frage", so Drescher. Gleichwohl rät er, parallel dazu auch mehrere aktiv verwaltete Euroland- oder Europa-Fonds zu berücksichtigen. Aus dem Hause Fidelity gibt er dazu allerdings dem Klassiker Fidelity European Growth den Vorzug vor dem Euro Blue Chip Fund. Denn dieser Fonds sei eher wertorientiert und dürfe auch in Nebenwerte investieren.

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