Fonds
Union Investment stößt Randgeschäft ab

Am Ende waren die Risiken größer als der Nutzen: Die Fondstochter der genossenschaftlichen DZ Bank steigt aus dem Vertrieb geschlossener Fonds aus. Neue regulatorische Vorgaben drohten dieses Randgeschäft riskanter und weniger profitabel zu machen.
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FRANKFURT. Am Ende waren die Risiken größer als der Nutzen: Union Investment, Deutschlands viertgrößte Publikumsfondsgesellschaft, stellt ab 2011 den Vertrieb geschlossener Fonds ein. Ihre auf den Verkauf dieser Anlageprodukte spezialisierte Tochterfirma GVA Geno-Vermögens-Anlage-Gesellschaft verkaufte sie an ein Gemeinschaftsunternehmen der Investmenthäuser Doric Asset Finance und Nordcapital, wie diese mitteilten. Einen Kaufpreis nannten sie nicht.

Die GVA hatte seit 1994 mehr als 100 geschlossene Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von mehr als drei Milliarden Euro bei Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben. Bei geschlossenen Fonds verpflichten sich Anleger, für einen längeren Zeitraum in Immobilien, Schiffe oder Flugzeuge zu investieren und können nicht einfach vorzeitig aussteigen. GVA initiierte diese Fonds nicht selbst, sondern verkaufte die Produkte Dritter, auch Fonds von Doric und Nordcapital. Für den Fondsriesen Union Investment waren es nur Randaktivitäten; das Kerngeschäft sind selbst aufgelegte, offene Publikumsfonds.

Neue regulatorische Vorgaben drohten dieses Randgeschäft nun riskanter und weniger profitabel zu machen, sagte ein Union-Sprecher. So hätte die GVA zum Beispiel künftig beim Vertrieb geschlossener Fonds meist Platzierungsgarantien geben müssen, also dafür gerade stehen müssen, dass sie genügend Investoren findet. Für dieses Risiko hätte sie Kapital hinterlegen müssen.

Ein Mangel an Erfolg sei dagegen kein Grund für den Ausstieg, betonte Union Investment. Derzeit lägen nur zwei Prozent der Fonds unter dem Plan, zwei Drittel hätten sich besser als erwartet geschlagen.

Kommentare zu " Fonds: Union Investment stößt Randgeschäft ab"

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  • so wie es scheint, ist auch die Union investment nicht in der Lage, Fonds zu managen! Glaubt man der PR in den Schaufenstern der Volksbanken, müßten diese Mitarbeiter der Union investment wahre Koryphäen sein!!
    Auch die DG-Anlage hat immobilienfonds aufgelegt und viele an die Wand gefahren!!

  • Wenn man etwas nicht kann, muss man es sein lassen. Diese Erkenntnis setzt sich anscheinend langsam durch bei den Genossen, die lange Zeit glaubten, alles zu können und in Wirklichkeit nichts geklappt hat.

    Unzählige Fonds wurden aufgelegt und sind jetzt Pleite. Äußere Umstände oder eher krasse Unfähigkeit?

  • Dieses unselige Produkt hat m. E. nur der DZ-bank und deren verbundene Unternehmen Vorteile gebracht.
    Die meisten Anleger gingen dabei leer aus.
    Was bleibt, ist ein großer Scherbenhaufen, verärgerte Anleger und eine immense Negativpresse für den genossenschaftlichen Verbund.
    Die Folgeschäden sind nicht absehbar, vor allem wenn man die zahlreichen Schadensersatzprozesse gegen die DZ-bank und deren Vertriebsunternehmen, die Volks- und Raiffeisenbanken, mit einbezieht.
    Diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.
    Die zahlreichen betrogenen Kunden lassen die vorgeblich weiße Weste der Genossen ganz schön befleckt aussehen.

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