Fonds-Vergleich
Barreserven bewahren Schwellenländerfonds vor Absturz

In der Krise vertraut Christopher Morrell auf Bargeld. Mit einem Anteil von 33 Prozent stellt die liquide Barreserve den größten Anteil im Portfolio des JPM Emerging Alpha Plus Fonds von JP Morgan. Den starken Kursverlusten der vergangenen Monate konnte sich der Fonds dennoch nicht entziehen.

HAMBURG. Zum Stichtag 31. Oktober verlor er auf Zwölf-Monats-Sicht fast 30 Prozent an Wert und belegt damit in seiner Kategorie unter 130 Konkurrenten den zweiten Platz (siehe Tabelle). Besser war lediglich der auf Unternehmen des Nahen Ostens konzentrierte Meridio Arab World. Fonds, die ausschließlich in die vier Bric-Länder Brasilien, Russland, Indien und China investieren, büßten dagegen bis zu 66 Prozent ein.

JP-Morgan-Manager Morrell bedient sich zudem noch eines zusätzlichen Schutzes. Derivate haben das 100 Millionen Euro Portfolio gegen massive Kursverluste versichert. Derzeit sind rund 60 Prozent des Portfolios auf diesem Wege abgesichert. "Die Erträge aus der Hedging-Strategie und der höhere Cash-Anteil haben zu der deutliche besseren Entwicklung gegenüber dem Vergleichsindex beigetragen", erklärt Morrell. Zudem hätten Investionen in Unterneh-men aus dem Nahen Osten und Israel sowie eine Übergewichtung defensiver Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Gesundheit positive Erträge geleistet.

Verlustreich, doch ebenfalls deutlich weniger anfällig als die breite Masse der Schwellenländerfonds zeigt sich auch die Entwicklung des Global Emerging Leaders Fund der britischen Gesellschaft First State. Doch trugen weder Cash- noch Absicherungsstrategien zu dem relativ guten Abschneiden bei.

Vielmehr investiert auch First-State-Manager Angus Tulloch sehr stark in konjunkturunabhängige Unternehmen. "Wir mögen derzeit Unternehmen mit einem stabilen Cashflow", erklärt Jonathan Asante, stellvertretender Manager des Fonds. Ein deutliches Übergewicht haben daher Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen. In die angeschlagene Finanzbranche sind die beiden First-State-Manager dagegen kaum investiert. Während sich der Vergleichsindex zu 21 Prozent aus Finanzinstituten zusammensetzt, kommen sie lediglich auf fünf Prozent.

Für das kommende Börsenjahr zeigt sich das First-State-Duo verhalten optimistisch. "Die Kreditkrise straft solide Unternehmen zu Unrecht ab", sagt Asante und fügt hinzu: "Daher ergeben sich für uns sehr attraktive Möglichkeiten." Auch JP-Morgan Manager Morrell glaubt, das die Märkte das Schlimmste hinter sich haben: "Die extreme Risikoscheu der Anleger deutet darauf hin, dass wir schon bald sehr günstige Einstiegsmöglichkeiten erreichen werden."

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