Fonds-Vergleich
Manager von Osteuropa-Fonds sehen Bankaktien weiter kritisch

Knapp 28 Prozent verloren auf osteuropäische Aktien spezialisierte Investmentfonds im Horrormonat Oktober durchschnittlich an Wert. Gerade einmal drei Prozent waren es dagegen beim Berenberg East European Small & Mid Caps, der sich mit dieser Leistung seines Managers Peter Reichel auf Zwölf-Monats-Sicht an die Spitze aller 63 in der Kategorie vertretenen Fonds setzte.

HAMBURG. "Die meisten der von uns gehaltenen Unternehmen haben bereits im Sommer deutlich an Wert verloren", erläutert Reichel. Im Oktober habe es dann vor allem Standardwerte getroffen. Und Banken, deren Anteil am Portfolio Reichel rechtzeitig reduziert hatte. "Der Einbruch in diesem Sektor war vorhersehbar", sagt der Berenberg-Manager. Nicht, weil osteuropäische Banken übermäßig von der Subprime-Krise betroffen wären. "Die Dynamik der Ergebniszuwächse hat abgenommen und der Bewertungsabstand zu westeuropäischen Konkurrenzinstituten war einfach zu groß geworden", nennt Reichel die Hauptgründe. In Zeiten, in denen eine Deutsche Bank mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von nur 0,4 gehandelt werde, sei ein durchschnittliches Banken-KBV in der Region von über 2,0 nicht haltbar gewesen.

Trotz der jüngsten starken Verluste prophezeit Reichel dem Bankensektor weiter eine nur unterdurchschnittliche Entwicklung. "Die Zahlen für das vierte Quartal und das erste Quartal 2009 werden schwächer ausfallen als im bisherigen Jahresverlauf", sagt er. Gute Chancen hätten dagegen konjunkturunabhängige Firmen mit einem geringen Verschuldungsgrad wie der polnische Schulbuchverlag WSIP oder Unternehmen, die von Sondersituationen profitierten. Als Beispiel nennt Reichel die Spezialbaufirma PBG, die im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 maßgeblich am Neubau eines Stadions in Posen beteiligt sei. Insgesamt stellen polnische Titel im Berenberg East European Small & Mid Caps rund ein Drittel des Portfolios. Titel aus Russland und der Türkei, die sich in den vergangenen Monaten besonders schwach entwickelten, sind dagegen generell nicht vertreten.

Obwohl Marcin Fiejka mit dem von ihm betreuten Pioneer Emerging Europe and Mediterranean Equity zu fast 60 Prozent in Russland engagiert ist, belegt sein Fonds auf Sicht von zwölf Monaten den zweiten Platz. Fiejka führt das vergleichsweise gute Abschneiden unter anderem auf den niedrigen Anteil an Bank- und Rohstoffwerten und die vergleichsweise hohe Gewichtung defensiver Werte zurück. Als Beispiel nennt er den israelischen Pharmakonzern Teva und den türkischen Nahrungsmittel- und Konsumgüter-Discounter Birlesik Magazalar. Während Fiejka den Bankensektor aus denselben Gründen wie Reichel bis auf weiteres weitgehend meidet, sieht er den langfristigen Aufschwung in der Region nicht gefährdet. Dabei billigt er unter anderem russischen Gasproduzenten gute Chancen zu. "Die Branche wird von der bevorstehenden Preisliberalisierung profitieren", ist der Pioneer-Manager überzeugt.

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