Fonds von JP Morgan und Blackrock
Magere Aussichten für amerikanische Nebenwerte

Die 1987 und 1988 aufgelegten US-Nebenwertefonds MLIIF US Opportunities von Blackrock und JP Morgan America Micro Cap gehören zu den ältesten Fonds ihrer Kategorie. Langfristig kann sich ihre Wertentwicklung sehen lassen: Beide Fonds ließen den US-Nebenwerte-Index Russell 2000 seit ihrer Gründung weit hinter sich. Doch die Aussichten für amerikanische Nebenwerte sind mager.

HAMBURG. Der MLIIF US Opportunities überzeugt derzeit auch auf Jahressicht: Mit einem vergleichsweise moderaten Minus von 10,65 Prozent belegt er in der aktuellen Auswertung von Feri Rating & Research Rang sechs von 53 US-Nebenwertefonds (Tabelle). Als Vergleichsmaßstab nutzt Blackrock-Manager Tom Callan jedoch nicht den Russell-Index, der im selben Zeitraum 24,66 Prozent an Wert verlor, sondern den S&P/Citigroup EMI US. "Gegenüber diesem Index haben wir zuletzt vor allem Finanzwerte und zyklische Konsumaktien untergewichtet", sagt Callan. Mit einem Anteil von zwölf und zehn Prozent gehören beide Branchen derzeit dennoch zu den Schwergewichten im Fonds.

Aufstocken will der Blackrock-Manager beide Sektoren vorerst nicht: "Die Konsumausgaben dürften weiter stagnieren oder sogar sinken." Auch den Technologiesektor mit einem Anteil von zwölf Prozent will er weiter untergewichten. "Diese Unternehmen hängen stark von den Investitionen der Finanzbranche ab, die sich derzeit schwach entwickeln", so Callan. Für US-Nebenwerte insgesamt gibt er sich ebenfalls vorsichtig: "Einen klaren Vorteil sehen wir für das Segment im Vergleich zu Standardwerten nicht, da die Bewertungen ein ähnliches Niveau haben."

Deutlich skeptischer beurteilt JP-Morgan-Manager Christopher Jones die Aussichten für das Anlageuniversum des von ihm betreuten Micro-Cap-Fonds: "Unternehmen mit sehr geringer Marktkapitalisierung sind nach wie vor sehr teuer, so dass Standardwerte sie in diesem Jahr überholen dürften." Anders als Callan gewichtet er zyklische Konsumgüter und Technologiewerte deutlich über, beide Branchen zusammen machen rund die Hälfte des Portfolios aus.

Die aktuelle Ausrichtung des Fonds auf dem drittletzten Platz kann Andreas Köchling nicht nachvollziehen. "Der US-Konsum stagniert, Technologiewerte wurden zuletzt abgestraft", sagt der Feri-Analyst. Sein Urteil zum America Micro Cap: "Der Fonds enttäuscht bereits seit Januar 2007, eine weitere Herabstufung des Ratings von D auf E kann nicht ausgeschlossen werden." Als relativ gute Wahl stuft Köchling dagegen den MLIIF US Opportunities ein: "Bislang überzeugte der Fonds vor allem in negativen Marktphasen." Zum Kauf rät er dennoch nicht: "Besserung ist für das Marktsegment vorerst nicht in Sicht."

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