Fonds-Wissen
Glänzende Aussichten für Gold-Fonds?

Gold ist als Krisenwährung gefragt. Demnach müssten Gold-Fonds jetzt eine gute Anlage-Idee sein. Doch es macht für Anleger einen großen Unterschied, ob sie in das Metall Gold oder in Gold-Unternehmen investieren.

DÜSSELDORF. Die Deutschen haben Gold als Anlageform neu entdeckt. Es ist allerdings keine Liebe zu dem gelben Metall, die zu einem Kaufrausch geführt hat, sondern angesichts der Finanzkrise die pure Angst ums Ersparte. In Scharen liefen Anleger, die um ihre Ersparnisse fürchteten, in den vergangenen Wochen in die Geldhäuser und verlangten Gold-Barren und Münzen. Die Münzprägeanstalten kommen nicht mehr hinterher. Die Lieferzeiten betrugen mehrere Wochen. Der Preis für eine Feinunze Gold schwankte in den vergangenen Wochen zwischen 800 und 900 US-Dollar. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Goldpreis damit mehr als verdreifacht.

Zuletzt hat er allerdings wieder nachgegeben. Mit der Erholung der US-Währung ist das Edelmetall etwas unter die Räder gekommen. Die Preiseinbußen bei Gold führen Experten auch darauf zurück, dass Investoren ihre Verluste in anderen Anlageklassen, insbesondere bei Aktien, schnell begleichen müssen. Zwischenzeitliche Tiefs ändern aber nichts an der grundsätzlichen Tendenz. Schon immer galt Gold als Krisenwährung. Gold verdirbt nicht, eine Feinunze Gold wiegt auch nach hundert Jahren noch 31,1034768 Gramm. Das schafft Vertrauen. Und daran mangelt es derzeit im Finanzsystem. Thomas Idzorek, Chefstratege bei Ibbotson Associates, empfiehlt Gold deshalb als ideale Depotergänzung zur Risikostreuung. "Wenn beispielsweise Aktien oder Anleihen fallen, steigen die Metallpreise. Das glättet die Wertentwicklung des Gesamtvermögens", erklärt Idzorek.

Aber Gold ist auch mittelfristig aus fundamentalen und markttechnischen Gründen einen Blick wert. "In den vergangenen Monaten war eine Flucht aus strukturierten Finanzprodukten zu beobachten - auch aus solchen, die Gold verbrieft haben. Das war ein Grund dafür, dass der Preis für Gold zwischenzeitlich gesunken ist. Doch es spricht einiges dafür, dass das Edelmetall nun mittelfristig wieder an Wert gewinnen könnte. So sind zum Einen die US-Realzinsen negativ. Da bietet Gold bei Nullverzinsung mehr Sicherheit", erklärt Eugen Weinberg, Rohstoff-Analyst der Commerzbank. Zum Anderen schrumpfen die Vorkommen, die Minenproduktion gehe weltweit zurück, es werde immer teurer, Gold zu fördern. "Derzeit wird Gold für 700 bis 800 US-Dollar pro Feinunze produziert. Auf diesem Niveau besteht also eine Art Preisuntergrenze. Noch oben hin ist dagegen grundsätzlich alles möglich", so Weinberg.

Doch warum sollten Anleger ausgerechnet Gold horten? Das glänzende Edelmetall wirft keine Zinsen ab und produziert auch nichts. Im Gegenteil: Wer sich Goldbarren in einen Safe legt, muss dafür sogar Gebühren zahlen. "Es gibt derzeit bessere Wertsicherungsinstrumente als Gold", sagt deshalb Gerd Bennewirtz, Chef der SJB FondsSkyline OHG 1989, und verweist auf die menschliche Psyche, die offenbar nach greifbaren Werten verlangt, wenn sie dem unfassbar gewordenen Wert von Finanzinstrumenten nicht mehr traut: "Wenn die Zeiten unsicher sind, steigt offenbar das Bedürfnis, etwas in der Hand zu haben. Dann kaufen die Menschen Sachwerte wie Immobilien oder eben Gold". Angst aber sei noch nie ein guter Grund für ein Investment gewesen, so der Anlageprofi aus dem rheinischen Korschenbroich.

Ob aus Angst oder aus Überzeugung: Anleger, die in Gold als Anlageklasse vertrauen, können mit Hilfe von Fonds direkt in das Metall oder in Goldminen-Unternehmen investieren. Ob und welche der beiden Möglichkeiten sie wählen, sollte dabei allerdings gut überlegt sein, denn die Chance-/Risikoprofile unterscheiden sich deutlich voneinander.

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