Fonds-Wissen
Mit TER die Kosten im Griff

Die Total Expense Ratio, kurz TER, ist eine Kennzahl, die die Gesamtkostenbelastung eines Fonds zusammenfasst - fast.
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Fondsmanager nehmen Anlegern viele Entscheidungen ab. Sie gelten als Investmentprofis, die den Markt täglich beobachten und deshalb Kauf- und Verkaufsentscheidungen unter anderen Gesichtspunkten treffen als ein Privatanleger. Von ihnen wird erwartet, dass sie das aufgrund ihrer Expertise mit größerem Erfolg tun, deshalb vertrauen Anleger ihnen ja auch ihr Geld an. Expertise und professionelles Kapitalmanagement sind natürlich nicht umsonst zu haben, auch der Vertrieb von Fonds kostet Geld, die Fondsprospekte müssen verfasst und gedruckt werden, und so weiter.

So kommen einige Prozente an Gebühren zusammen. Damit Anleger die Chance haben, diese Kosten von Fonds miteinander vergleichen zu können, wurde vor einigen Jahren die Kennzahl TER (Total Expense Ratio) entwickelt. Folgende Kostenbestandteile werden in der TER berücksichtigt:

Die Managementgebühr

Das Fondsmanagement eines Fonds berechnet für seine Arbeit eine Vergütung. Diese Vergütung wird Verwaltungs- oder auch Managementgebühr genannt und deckt sämtliche Kosten für Fondsmanagement und Research ab. Auch die Gewinnmarge der Fondsgesellschaft ist in der Managementgebühr bereits enthalten. Die Gebühr unterscheidet sich von Fonds zu Fonds. Oft wird eine feste Prozentzahl vom Fondsvolumen als Managementgebühr berechnet. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds liegen die Kosten bei durchschnittlich 1,5 Prozent bis teilweise über 2,5 Prozent. Kostengünstige Indexfonds und ETFs (Exchange Traded Funds), die auf aktives Management verzichten, berechnen null bis ein Prozent pro Jahr.

Depotbankgebühr

Wenn Fondsmanager Wertpapiere für den Fonds kaufen, müssen diese Wertpapiere in einem gesonderten Depot angelegt werden. Da Fondsgesellschaften aus aufsichtsrechtlichen Gründen die Depotverwaltung nicht selbst übernehmen dürfen, muss dafür eine Depotbank beauftragt werden. Für die Depotführung des zum Fondsvermögen gehörenden Wertpapierportfolios, die tägliche Berechnung der Anteilspreise sowie die Ausgabe und Rücknahme der Investmentanteile verlangen depotführende Banken in der Regel 0,1 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr.

Wichtig: Die Depotbankgebühren sind nicht zu verwechseln mit den Depotgebühren, die eine Bank Privatanlegern für das Führen ihres jeweiligen Wertpapierdepots berechnet.

Sonstige Betriebskosten

Unter dem Begriff "sonstige Betriebskosten" werden Kosten zusammengefasst, die für den Vertrieb und die Administration eines Fonds anfallen. Dazu zählen die Kosten für die Herstellung von Fondsprospekten und Broschüren, für Wirtschaftsprüfer und Rechenschaftsberichte, aber auch für Werbung. Wenn Fondsgesellschaften Werbeanzeigen oder TV-Spots schalten, Veranstaltungen sponsern oder Werbebroschüren verschicken, dann zahlen die Anleger, die bereits in den Fonds eingezahlt haben, die Kosten dafür. Ein Fonds, der viel Werbung treibt, treibt damit auch die Kosten in die Höhe und vermindert so die Rendite. Der Kostenanteil für Betriebskosten kann je nach Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens betragen.

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