Fondsabsatz
Europäische Anleger zeigen Mut zum Risiko

Die Kursgewinne der vergangenen Monate wecken bei Anlegern die Lust auf mehr. Wie schon im Vormonat gab es auch im Mai deutliche Zuflüsse in Fonds. Gefragt sind vor allem risikantere Produkte wie Fonds für Unternehmensanleihen oder auch aktienbasierte Produkte.

FRANKFURT. Die Fondsanbieter auf den europäischen Absatzmärkten verkauften im April Anteilsscheine im Gegenwert von netto knapp 3,1 Mrd. Euro. Das ist laut der Fondsanalysefirma Lipper FMI geringfügig weniger als im Vormonat. "Aber die Zahlen verdecken einen markanten Schwenk von risikoarmen zu risikoreicheren Produkten", sagt Lipper-FMI-Leiterin Diana Mackay in London. Innerhalb Europas kauften französische Investoren am stärksten zu, weshalb auch französische Häuser in der Absatz-Hitliste der Anbieter dominieren.

Die größte Tendenzwende gab es bei Rentenfonds, die nach Abflüssen von fast 5,7 Mrd. Euro im März im April 3,6 Mrd. Euro an neuem Kapital einsammelten. "Das ist außerordentlich und vor allem einer starken Nachfrage nach Unternehmensanleihen zuzuschreiben", erkennt Mackay. Die Anbieter setzten außerdem 4,4 Mrd. Euro an Aktienfonds ab, nach 1,9 Mrd. Euro im Vormonat. Im Gegenzug flossen aus den als risikoarm geltenden Geldmarktfonds 6,4 Mrd. Euro ab, hier waren im März noch 10,3 Mrd. Euro zugeflossen.

Auch andere Marktbeobachter registrieren eine zögerliche Kaufbereitschaft der Investoren. "Anleger wagen im Niedrigzinsumfeld die ersten Schritte zurück in Anleihen guter Unternehmensadressen und auch Aktien, konzentrieren sich in der letzten Gruppe auf europäische und globale Portfolios", sagt Mark Hoven, Leiter Standard & Poor's Fund Services. Das ist seiner Beobachtung nach ein erster vorsichtiger Schritt zu mehr Risikobereitschaft. Hoven warnt vor überzogenen Hoffnungen: "Sowohl bei der Wirtschaftslage als auch dem Fondsabsatz ist es zu früh, die endgültige Wende zum Besseren auszurufen."

Die verbesserten Absatzzahlen in Europa heben auch die Stimmung in großen europäischen Fondshäusern. "Der positive Trend vom April hat im Mai angehalten", sagt Christoph Bergweiler, Leiter Vertrieb Deutschland bei JP Morgan Asset Management. "Im April wie auch im Mai haben Anleger wieder in Fonds investiert", berichtet Karin Kleinemas, Leiter Marketing Nordeuropa bei Axa Investment Managers, mit Blick auf Deutschland. Investoren kaufen demnach vor allem Rentenfonds. Bergweiler von JP Morgan berichtet über Zuflüsse bei Aktienfonds für USA, Europa und Schwellenländer. Große deutsche Anbieter sprechen über einen Mai-Absatz auf April-Niveau oder darüber. Im April waren der hiesigen Branche von Privatanlegern per Saldo 2,9 Mrd. Euro zugeflossen.

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