Fondsanalyse
Deutsche Nebenwertefonds im Abwärtsstrudel

Deutsche Nebenwerte hat es im aktuellen Kurssturz hart getroffen. Entsprechend sind auch auf Nebenwerte spezialisierte Fonds unter die Räder gekommen. Immerhin: Ihre Vergleichsindizes haben die Fondsmanager schlagen können. Dabei halfen unter anderem höhere Liquiditätsbestände und Unternehmensanleihen.

FRANKFURT. Die Strategie deutscher Nebenwertefonds geht auf. Denn keiner der aktiv verwalteten Fonds auf die Aktien kleiner und mittlerer Gesellschaften in Deutschland entwickelte sich in den vergangenen zwölf Monaten schlechter als der Vergleichsindex: Der MDax verlor per Ende Februar 2009 rund 49 Prozent an Wert. Und der schlechteste Aktienfonds aus der Vergleichsgruppe liegt ebenfalls um knapp 49 Prozent im Minus (siehe Tabelle). Nur der börsengehandelte Indexfonds (ETF) I-Shares-M-Dax verlor noch mehr.

Für eine positive Wertentwicklung hat es allerdings bei keinem Nebenwerte-Aktienfonds in der Feri-Hitliste gereicht. Ein Drittel an Wert verlor der Deutsche Aktien Total Return Fonds vom luxemburgischen Vermögensverwalter der Landesbank Rheinland Pfalz (LRI). Der Fonds ist ein Partnerprodukt, das Albrecht von Witzleben managed. „Der Fonds ist derzeit auf zahlreiche neue Unternehmensanleihen fokussiert“, sagt von Witzleben. Für diese sagt er aktuell eine bessere Risiko-Ertrags-Relation als bei deutschen Aktien voraus. Bevor die Börsen wieder steigen, müssten die Kreditmärkte wieder in Gang kommen.

Ein Drittel des verwalteten Vermögens investiert der Experte daher in Anleihen unterschiedlicher deutscher Konzerne. „Wir haben die neuesten Emissionen mit hohen Kupons genutzt“, sagt von Witzleben. Die festverzinslichen Papiere von Siemens, Thyssen-Krupp, BMW und BASF sollen für eine von den Aktienmärkten unabhängige Wertentwicklung sorgen. Fünf Prozent des Fondsvermögens von 82 Mio. Euro liegen im Kassebestand. „Wir bleiben weiter vorsichtig und halten die Absicherung eines guten Teils der Aktienquote bei“, sagt von Witzleben. Ein Großteil der Aktien im Portfolio sichert der Fondsmanager mithilfe von Index-Futureverkäufen auf den Dax ab.

Mit knapp 90 Prozent ist der Cominvest-Adiselekt-Fonds fast vollständig im deutschen Aktienmarkt investiert. „Wir haben Positionen aus den Sektoren Gesundheits- und Transportwesen aufgestockt“, sagt der Fondsmanager Ralf Walter. Dennoch soll der Fonds auch in den kommenden Monaten defensiv positioniert bleiben. Zehn Prozent des Fondsportfolios hält Walter in liquiden Mitteln: „Aufgrund des volatilen Marktumfeldes haben wir auch die Kassequote weiter erhöht.“ Die Wertenwicklung schwankt trotzdem stark: Der Fonds weist eine Volatilität von aktuell 40 Prozent auf. „Allerdings leiden die Aktienmärkte unter den anhaltend schlechten Wirtschaftsnachrichten und zeigen sich auch weiterhin schwankungsanfällig“, sagt Fondsmanager Walter voraus.

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