Fondsbilanz
Nachhaltigkeitsfonds erfüllen die Erwartungen

Seit es Nachhaltigkeitsfonds gibt, stellt sich für Anleger die Frage, ob mit ihnen mehr Rendite zu erzielen ist als mit traditionellen Fonds, für die soziale und ökologische Kriterien keine Rolle spielen.

HAMBURG. Vor diesem Hintergrund macht der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 39 entsprechend ausgerichteten Fonds Mut: Mit einem durchschnittlichen Minus von 15,07 Prozent schneidet die Kategorie einen Prozentpunkt besser ab als das breite Börsenbarometer MSCI World. Das mit einem Minus von 7,35 Prozent beste Ergebnis erzielte der UBS Global Innovators. Dessen Manager Jan Peterhans konzentriert sich auf die drei Anlagethemen Klimawandel, Demografie und Wasser. "Wir suchen Unternehmen, die Lösungen für die größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bieten", erklärt er. Drei Viertel des Fonds sind in überwiegend mittelgroßen Firmen investiert, die klimafreundlich für Energie und Mobilität sorgen. Dabei wählt Peterhans die 40 bis 60 Aktien des Fonds danach aus, ob sie zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Volkswirtschaftliche Analysen spielen auch für Dieter Küffer eine Rolle. Der Manager der Züricher Robeco-Tochter Sustainable Asset Management (SAM): "Wir erforschen Trends, die den Materialsektor maßgeblich beeinflussen." Mit dem aktuell auf Rang drei liegenden SAM Smart Materials Fund setzt er unter Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien auf die steigende Rohstoffnachfrage. "Vor allem China und Indien sorgen aufgrund ihres Wachstums für ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am weltweiten Rohstoffmarkt", erklärt er. "Unser Fonds investiert daher in Unternehmen, die eine effiziente Anwendung von Materialien fördern."

Neben klassischen Rohstoffaktien kommen in Küffers Portfolio auch Unternehmen, die fortschrittliche Technologien für einen sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen entwickeln und anwenden. Außerdem investiert er in Firmen aus den Bereichen Recycling und Entsorgung.

"Sowohl die UBS als auch SAM haben die Probleme der Zukunft als Anlagethemen erkannt", erklärt Detlef Glow, Analyseleiter der Rating-Agentur Lipper. "Allerdings konzentrieren sich beide Fonds auf eine sehr enge Nische und eignen sich damit nur als Beimischung." Welcher Fonds der bessere ist, kann Glow noch nicht beurteilen, da sie vor weniger als drei Jahren aufgelegt wurden. Grundsätzlich hält er nachhaltige Investments aber für mehr als nur einen Marketing-Gag: "Allein das in nachhaltig anlegenden Aktienfonds verwaltete Vermögen zeigt, dass es sich bei diesen Produkten um mehr als eine fixe Idee einiger Öko-Idealisten handelt."

Autor: Christian Hilmes, Das Investment

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