Fondsbilanz
Profis spüren die Finanzmarktkrise

Das erste Halbjahr geriet zum Alptraum für Fondsanleger: Besonders die Aktienfonds brachen geradezu ein. Egal, wo der Anlageschwerpunkt lag, fast alle mussten Verluste hinnehmen. Doch es gab auch einige Ausrutscher nach oben.

FRANKFURT. Das erste Halbjahr geriet zum Alptraum für Fondsanleger. Die Erschütterungen durch die Finanzkrise machten Aktienfonds zu den größten Verlierern in der Fondsbilanz für die ersten sechs Monate des Jahres 2008. Die zweite große, klassische Gruppe von Fonds, die Anleihefonds, litt unter den steigenden Kapitalmarktzinsen. Allein die als Anlagen mit geringen Wertschwankungen angesehenen offenen Immobilienfonds sowie die als Zufluchtstätten für schwache Börsenphasen geltenden Euro-Geldmarktfonds schafften ein kleines Plus.

Die Fondsbilanz basiert auf einer Auswertung des Fondsanalysehauses Feri Rating & Research von mehr als 6 700 Fonds in- und ausländischer Anbieter, die in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Die Reihenfolge der 36 Anlageschwerpunkte richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung aller Fonds der jeweiligen Kategorie. Außerdem weist die Hitliste für jede Gruppe den ertragreichsten Fonds im ersten Halbjahr 2008 aus.

In der für Aktienfonds insgesamt katastrophalen ersten Jahreshälfte gibt es dennoch einige Ausnahmen. So haben lateinamerikanische Aktienfonds entsprechend der relativ stabilen Börsenentwicklung nur leicht an Wert verloren. Interessant sei auch, dass die gezielte Einzelauswahl von Aktien (Stockpicking) in solchen Krisenzeiten offenbar zu relativ besseren Ergebnisse führe, sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri mit Blick auf das bessere Abschneiden von Fonds, die auf mittelgroße und kleine Aktien (Mid-/Small-Caps) setzen. Am stärksten gebeutelt wurden Fonds mit Anlageschwerpunkt China, wo die Börsenkurse nach jahrelangem Anstieg im ersten Halbjahr fast um ein Drittel eingebrochen sind.

Einige Investmentfonds konnten sich gegen den schwachen Trend ihrer Kategorie stemmen. Der Fonds mit dem höchsten Wertzuwachs von 11,81 Prozent ist der Dach-Hedge-Fonds der Hansa Invest, HI VB Global Trend. Die Fondsmanager der Österreichischen Volksbanken, die das Produkt für die Signal-Iduna-Gruppe verwalten, wetten mit Hilfe von Derivate-Strategien gegen die Marktenwicklung. Diese "nicht konservativen Contra-Wetten" bergen laut Michel allerdings die Gefahr von Wertschwankungen. Der Fonds schwankte im vergangenen Jahr mit gut 12 Prozent relativ stark.

Am stärksten von der Durchschnittsentwicklung seiner Kategorie hob sich der WMP Global Equity Fund B ab. Während seine Anlageklasse seit Januar im Mittel um 16,23 Prozent an Wert eingebüßt hat, schaffte Fondsmanager Peter Heim von der Schweizer WM Partners Vermögensverwaltungs AG ein Plus von 11,74 Prozent.

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