Fondsexperte rät zu einer höheren Gewichtung von Standardwerten
Japans Nebenwerte stehen vor Stresstest

Die japanische Wirtschaft kommt langsam wieder in Schwung. Lange Zeit haben davon vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitiert. Deren Aktienkurse haben sich in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt.

HB HAMBURG. Seit einigen Monaten hat sich das Blatt jedoch zugunsten japanischer Standardwerte gewendet. „Das liegt vor allem daran, dass ausländische Investoren nach den guten Wirtschafts- und Konsumzahlen sowie der Wiederwahl von Präsident Koizumi zuversichtlicher für den japanischen Markt geworden sind“, sagt Marc Erpelding.

Allerdings warnt der Analyst der Luxemburger Vermögensverwaltung Fund Market auch: „Japanische Nebenwerte sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven“. Nach kräftigen Kursanstiegen gehe es in der Regel auch sehr schnell wieder bergab.

Vor diesem Hintergrund wird künftig Robert White sein Können unter Beweis stellen müssen. Bislang hat der Manager des Melchior Japan Opportunities bei seiner Titelauswahl ein glückliches Händchen gehabt: Er erzielte in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von mehr als 26 Prozent und steht damit an der Spitze der Kategorie „Japan Nebenwerte“ (Tabelle). Seit der Auflage im November 2003 beträgt der Zuwachs sogar 61 Prozent und damit 30 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe.

Trotz der guten Entwicklung rät Erpelding bis auf weiteres zu Zurückhaltung: „Der Fonds hat in der Vergangenheit offenkundig stark von der hohen Gewichtung in den Bereichen Einzelhandel, Konsumgüter und Immobilien profitiert.“ Doch bevor er eine Empfehlung werde, müsse sich der Manager in einem Bärenmarkt beweisen.

Letzteres kann Takeya Suzuki für sich in Anspruch nehmen: Der von ihm betreute Goldman Sachs Japan Small Cap, aktuelle Nummer zwei der Rangliste, wurde im Herbst 1997 aufgelegt. Suzuki investiert in Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Aktuell umfasst das Fondsdepot 63 Titel, zu den größten Positionen gehören die Immobiliengesellschaft Resorttrust, die Chemiekonzerne C Uyemura und Nihon Parkerizing sowie das Pharmaunternehmen Tsumura.

„Im aktuellen Marktumfeld können Anleger durchaus bis zu 20 Prozent ihrer Japan-Position in einem gut gemanagten Nebenwertefonds halten“, rät Erpelding. Wer höher gewichtet sei, solle jedoch jetzt über eine Umschichtung in einen auf Standardwerte spezialisierten Fonds nachdenken.

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