Fondsfusionen
EU hilft der Fondsbranche

Viele Investmentfonds in Europa haben ein Problem: Sie zu klein und auf den nationalen Markt fixiert. Mit einer Gesetzesnovelle will die EU nun den Weg für grenzüberschreitende Fusionen der Fonds ebnen. Auch das Genehmigungsverfahren soll vereinfacht werden.

BRÜSSEL. Die EU will es Investmentfonds erleichtern, im europäischen Binnenmarkt über die Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Eine entsprechende Gesetzesnovelle haben der EU-Finanzministerrat und der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments gestern zeitgleich durchgewunken. "Die überarbeitete Richtlinie bringt weitreichende Verbesserungen für die Fondsindustrie und für Privatanleger", sagte der federführende EU-Parlamentarier Wolf Klinz (FDP). Die Branche könne Kosten einsparen und ihre Effizienz deutlich steigern. Die Anleger könnten ihrerseits zwischen mehr Fonds auswählen als bisher und würden auch von günstigeren Konditionen profitieren, erklärte der EU-Kommission.

Die Investmentfonds in der EU haben zurzeit viele Probleme: Sie sind zu klein und zu stark auf ihren nationalen Markt fixiert. Die Finanzkrise führte obendrein dazu, dass verunsicherte Anleger in großem Umfang Mittel aus europäischen Investmentfonds abgezogen haben. Die EU hat sich nun vorgenommen, nationale Hürden in diesem Geschäft zu beseitigen. Das ist im Entwurf der neuen Richtlinie OGAW IV (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) vorgesehen, den die EU-Kommission im Juli dieses Jahres vorgelegt hatte.

Konkret sind vier Neuerungen geplant. Fonds sollen die Möglichkeit bekommen, grenzüberschreitend zu fusionieren. Zweitens müssen Fonds künftig nicht mehr in jedem EU-Staat die komplizierten Genehmigungsprozeduren durchlaufen. Wenn ein Fonds beispielsweise in Luxemburg genehmigt ist, dann muss er sich in Deutschland nur noch bei der Finanzaufsichtsbehörde BaFin anmelden. Die einfache Meldepflicht gilt dann auch für alle anderen EU-Staaten. Die Fonds bekommen zudem die Möglichkeit, ihr Vermögen grenzüberschreitend zu bündeln und in einem Basisfonds gemeinsam zu verwalten. Dieses sogenannte Pooling fördere den Wettbewerb und senke die Kosten für die Anleger, sagte EU-Parlamentarier Klinz.

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