Fondsgesellschaft spricht von Rückschlagsgefahren
First State verkauft australische Aktien

Erfolg schafft Probleme – ein Zusammenhang, der im Investmentgeschäft öfter besteht als mancher denkt. Vor allem dann, wenn ein sehr gut gelaufener Fonds von immer mehr Anlegern entdeckt und durch hohe Mittelzuflüsse in seinen Anlagemöglichkeiten eingeschränkt wird. Verantwortungsbewusste Fondsgesellschaften begrenzen in so einem Fall den Zugang, bevor die Performance ernsthaft leidet.

HB HAMBURG. Diesen Schritt ging auch die britische Gesellschaft First State, als Anfang 2004 das Interesse an ihrem Asia Pacific Fund überhand nahm. Dessen Manager Angus Tulloch war zuvor mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttet worden, und neben Privatanlegern liebäugelten auch viele Dachfonds-Manager mit einem Einstieg. Speziell für diese Klientel legte First State den Asia Pacific Leaders auf, mit dem Tulloch in der Region bevorzugt in liquide Standardwerte investiert. Im First State Asia Pacific hingegen finden wie bereits in der Vergangenheit auch Nebenwerte Platz.

Trotz des unterschiedlichen Ansatzes entwickeln sich beide Fonds bisher nahezu identisch: Mit einem Plus von etwas über 33 Prozent belegen sie in der jüngsten Zwölfmonatsauswertung von 95 Südostasien-Fonds die Plätze fünf und sechs. Deutlich besser schnitt lediglich der Axa Rosenberg Pacific Ex-Japan Small Cap Alpha ab, der ausschließlich auf Nebenwerte setzt und mehr als ein Drittel des Vermögens in Australien investiert.

Obwohl auch Tulloch mit australischen Aktien gute Gewinne erzielte, hat er deren Gewichtung in den vergangenen Wochen deutlich reduziert. Aktuell beträgt ihr Anteil weniger als 15 Prozent. Er hält insbesondere Bank- und Immobilienaktien für stark rückschlagsgefährdet.

Keinen Grund, Australien unterzugewichten sieht dagegen Horst Thomas Jakobs. Der Manager des MAT Asia Pacific hat dort rund 35 Prozent des Fondsvermögens investiert; zu den größten Positionen gehören neben BHP Billiton die National Australia Bank und die Commonwealth Bank of Australia. Die weiteren Aussichten für die Region beurteilt er positiv: „Die Finanzkraft vieler Unternehmen ist deutlich gestiegen, was nicht ohne Auswirkung auf die Dividenden bleiben dürfte.“

Unabhängig vom Australien-Engagement hält Martin Ottmann, Leiter der Vermögensverwaltung der Berliner Weberbank, den First State Asia Pacific Leaders in der Region für das bessere Basisinvestment.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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