Fondskommentar
Fondsmanager reagieren auf MDax-Schwäche

Anfang Mai war es soweit: Der deutsche Nebenwerte-Index MDax knackte die Marke von 9 100 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit seiner Einführung vor zehn Jahren. Doch seither ging es kräftig bergab. Einige Fonds sichern weitere Rückschläge ab, andere suchen Einstiegschancen.

HAMBURG. Anfang Mai war es soweit: Der deutsche Nebenwerte-Index MDax knackte die Marke von 9 100 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit seiner Einführung vor zehn Jahren. Doch seither ging es kräftig bergab, und trotz der jüngsten Erholung auf knapp 8 600 Punkte bleibt Edmund Danielzik skeptisch. "Auf dem aktuellen Niveau sehen wir wenig Potenzial", sagt der Manager des deutschen Nebenwertefonds Hansasecur.

Den Höhenflug hat Danielzik aber gut genutzt: In den vergangenen zwölf Monaten bis Ende April stieg der Hansasecur um 61,32 Prozent und belegt damit in seiner Vergleichsgruppe Rang drei. Bei seiner Auflegung 1970 investierte der Fonds breit in deutsche Aktien, erst später wurde der Fonds auf Nebenwerte ausgerichtet. Danielzik erklärt den aktuellen Erfolg des Hansasecur mit der Titelselektion und einer variablen Liquidität, die je nach Marktlage zwischen null und 15 Prozent betragen kann, und der Titelselektion.

Bei der Auswahl stehen die Kriterien Bewertung, Wachstum und Ausschüttung im Fokus. Die größten Positionen im Portfolio sind momentan das Luftfahrtunternehmen EADS, die Deutsche Postbank, die Depfa Bank, der Stahltechnologiekonzern Salzgitter und Kali & Salz. Damit sein Fonds weiter oben mitspielt, will der Hansainvest-Manager künftig die Schwerpunkte auf potenzielle Übernahmekandidaten und erneuerbare Energien setzen. Danielzik: "Mit den potenziellen Übernahmekandidaten spielen wir die defensive Karte, da diese Werte bei weiteren Indexkursrückgängen gut nach unten abgesichert sind."

So negativ steht Ralf Walter dem MDax nicht gegenüber. "Die Konjunkturaussichten verbessern sich, und die Quartalsberichterstattung war überwiegend positiv", sagt der Manager des die Rangliste anführenden Adig Adiselekt. Für Walter gehören Korrekturphasen, die er als Einstiegschance sieht, dazu. In den vergangenen zwei Monaten hat der Cominvest-Manager vor allem die Bereiche Pharma und Maschinenbau weiter ausgebaut und im Gegenzug Bauwerte und Finanzdienstleister zurückgefahren.

Trotz der guten Performance der jüngsten Zeit ist jedoch für Christian Storz keiner der beiden Fonds erste Wahl. Für den Prokuristen des unabhängigen Vermögensverwalters Fund-Market ist es wichtig, auch die Entwicklung in schwachen Marktphasen einzubeziehen. "Auf sechs Jahre betrachtet hat der Dit-Nebenwerte Deutschland die Nase vorn", so Storz. Damit beweise der Dit-Fonds auch in schwachen Zeiten wie zwischen 2000 und 2003 Stärke. Generell seien Nebenwertefonds jedoch nur für erfahrene und risikobereite Anleger geeignet. Denn bei Aktienmarktrückgängen reagiere dieses Segment stärker.

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