Fondsmanagement
Der Blick von Frankfurt nach Fernost

Asiatische Werte sind beim Publikum wegen der Wachstumsmöglichkeiten beliebt, doch kaum ein Privatanleger kann auf eigene Faust in Fernost einsteigen. Deutsche Fondsmanager erledigen von Frankfurt aus diese Arbeit – mit erstaunlichem Erfolg.

FRANKFURT. Wenn Lilian Haag zur Arbeit kommt, dann ist für sie der Tag schon gelaufen. Sie verwaltet einen spezialisierten Japan-Fonds für Deutschlands größte Anlagegesellschaft DWS. Und in Japan ist es schon 14 Uhr, wenn sie morgens um sieben ihren Bloomberg-Rechner einschaltet. „Ich finde es ganz angenehm, den japanischen Börsentag dann als Ganzes analysieren zu können“, sagt die 36-jährige Japanologin und Volkswirtin.

Deutschlands Fondsgesellschaften bieten zahlreiche Produkte mit Aktien aus fernen Weltgegenden an. Gerade asiatische Werte sind beim Publikum wegen der Wachstumsmöglichkeiten beliebt, doch kaum ein Privatanleger kann auf eigene Faust in Indien, China oder Japan einsteigen. Die Manager der Fonds für ein deutsches Publikum sitzen meist nicht in ihrer Zielregion, sondern viele tausend Kilometer weit weg in den Frankfurter Zentralen. Dennoch gelingt es den Aktienexperten erstaunlich gut, die Anleger am Erfolg der fernen Märkte teilhaben zu lassen.

Nur wenn es Turbulenzen um besonders kleine Unternehmen gebe, fühle sie sich in Frankfurt ein wenig abgeschnitten, sagt Haag. Sie habe dann keinen direkten Draht zur Gerüchteküche und sei ganz auf das angewiesen, was ihr die Händler und Analysten in Tokio am Telefon sagen könnten. Für die Papiere mittlerer und großer Unternehmen spiele die Entfernung dagegen kaum eine Rolle: Die Berichte der Firmen seien ausführlich, und meist gebe es schnell eine Meldung von einer der Nachrichtenagenturen, die sie ins Bild setze. Außerdem investiere sie langfristig – kleine Ausbrüche im Tagesverlauf störten einen breit gestreuten Fonds wenig.

Mit dem DWS Japan gebietet Haag über 860 Millionen Euro an Anlegergeld. Daher wird sie von den japanischen Unternehmen trotz der Entfernung als wichtige Investorin wahrgenommen. Die Firmen suchen selbst nach großen Investoren und pflegen diese – auch auf Reisen nach Frankfurt.

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