Fondsmanager achten schon wieder auf Inflationsrisiken
Geldmarktfonds sichern sich ab

Der ehemals hohe Anteil an Asset Backed Securities (ABS) lastet noch immer auf der Wertentwicklung von Geldmarktfonds. Dabei werden die Vermögensverwalter und auch die Banken selbst immer mehr der risikobehafteten Scheine los: Sie sind mittlerweile der beliebteste Wertpapiertyp, den Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank für frisches Geld eintauschen.

FRANKFURT. Die Geldmarktfonds jedoch verloren wegen ihres hohen Engagements in forderungsbesicherte und jetzt wertlose Wertpapiere laut Feri Euro-Rating Services in den vergangenen zwölf Monaten knapp ein Prozent an Wert. Der Vergleichsindex gewann im gleichen Zeitraum schon wieder rund vier Prozent.

Größter Verlierer in der Feri-Hitliste ist der Uni-Money-Market-Euro-Corporates-Fonds. Das Produkt machte auf Zwölfmonats-sicht rund 37 Prozent Verlust. Auch noch im vergangenen März verlor der Fonds rund vier Prozent an Wert. Marc Hellingrath legte das Fondsvermögen in der Vergangenheit nicht nur in festverzinsliche Euro-Unternehmensanleihen an, sondern setzte auch auf die höheren Renditechancen bei ABS. Die Wette verlor er allerdings, und Anleger verkauften ihre Anteilsscheine. Die größten Wertverluste musste der Fonds im dritten Quartal 2008 hinnehmen, und die Fondsexperten der Ratingagentur Standard & Poor's stellen fest: "Beteiligungen von besserer Qualität mussten verkauft werden, um den Rücknahmen zu entsprechen."

Mittlerweile jedoch sind 100 Prozent des Fonds in Floater investiert. Kein Geldmarktfonds kommt ohne sie aus. Denn die variabel verzinslichen Scheine orientieren sich am Euribor, dem Referenzzins für Interbanken-Kredite. Der Wert der Floater steigt so nicht nur mit einem höheren Kreditzins der Banken untereinander. Die Scheine sichern gleichzeitig gegen eine künftig höhere Inflation ab.

Die Gefahr einer steigenden Teuerungsrate in Europa schätzen Kapitalmarkt-Experten derzeit eher gering ein. "Es bestehen nur noch wenig Zinsfantasien, und mittelfristig dürfte es bezüglich der Inflation kaum Grund zur Sorge geben", sagt Dennis Nacken von Allianz Global Investors. Er empfiehlt daher, Geldmarkt-Papiere mit eher langfristigen Laufzeiten und folglich höheren Zinsen überzugewichten. Denn immer noch notieren die Zinsspreads auf dem europäischen Anleihemarkt - die Differenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen - auf einem historischen Hoch.

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