Fondsmanager Axel Zeuner rechnet mit positiven Impulsen für RWE und Eon durch möglichen Regierungswechsel
SEB Invest schlägt den Dax mit Versorger-Titeln

Von den Grundvoraussetzungen her eine klare Sache: Der SEB Invest Aktienfonds investiert ausschließlich in die 30 Werte des Deutschen Aktienindex (Dax), der FT Frankfurt-Effekten-Fonds von Frankfurt Trust darf sich auch im MDax bewegen und darüber hinaus bis zu 15 Prozent Euroland-Titel beimischen.

HB HAMBURG. Mit einigen deutschen Nebenwerten und im Dax nicht vertretenen Öl-Titeln wie ENI oder Royal Dutch hätte es folglich für FT-Manager Stephan Thomas in den vergangenen zwölf Monaten ein Leichtes sein müssen, den Konkurrenten hinter sich zu lassen.

Vorn liegt jedoch SEB-Invest-Manager Axel Zeuner, der mit einem seit Juni 2004 erzielten Plus von 13,59 Prozent nicht nur den FT-Fonds abhängte, sondern auch den Indexfonds Dax ex von Indexchange (siehe Tabelle). Unter den zehn größten auf deutsche Standardwerte spezialisierten Aktienfonds gelang das außerdem nur dem vorwiegend Substanztitel kaufenden Adig Fondak.

"Wir verfolgen eine aktive Strategie und setzen dabei auch Optionen ein", sagt Zeuner. So habe er streckenweise Dax-Firmen mit einer hohen Dividendenrendite übergewichtet und während der Mai-Rally vor allem auf Titel gesetzt, die wie SAP in der Regel überdurchschnittlich auf steigende Kurse reagieren. Eine besonders gute Meinung hat der SEB-Manager derzeit von Eon und RWE: "Die Versorger sollten am meisten von einem möglichen Regierungswechsel im September profitieren."

Was Eon betrifft, so erwischte Stephan Thomas die Aussicht auf baldige Neuwahlen auf dem falschen Fuß: "Wir hatten gerade begonnen, den Wert deutlich herunterzufahren", ärgert sich der FT-Manager. Deshalb sei der Frankfurt-Effekten-Fonds im zweiten Quartal etwas zurückgeblieben. Den bislang vergleichsweise niedrigen Anteil an MDax- und Euroland-Werten hat Thomas in den vergangenen Monaten auf sieben beziehungsweise fünf Prozent angehoben. Weiter ausbauen will er sein Engagement jedoch bis auf weiteres nicht: "Im Vergleich zum MDax und zu anderen europäischen Börsen hat der Dax das größere Potenzial", sagt Thomas. Das Kursziel für den deutschen Leitindex per Jahresende setzt er wie SEB-Manager Zeuner mit 4 900 Punkten an, warnt aber vor zu viel Euphorie: "Politische Börsen haben kurze Beine." Sollten die Unternehmen ihr Ertragsniveau nicht halten können, könne es zwischenzeitlich auch deutlich schwächere Kurse geben.

Obwohl der FT-Manager in diesem Fall die Barreserve bis auf 30 Prozent hochfahren könnte, gibt Werner Hedrich im direkten Vergleich dem SEB Invest Aktienfonds eindeutig den Vorzug. "Dort wurden die vorhandenen Chancen in der Vergangenheit wesentlich besser genutzt", betont der Leiter des Fondsresearchs bei Morningstar Deutschland. Aus seiner grundsätzlichen Abneigung gegen reine Deutschland-Fonds macht er gleichwohl keinen Hehl: "Mit einem breit gestreuten Europa-Portfolio sind die meisten Anleger deutlich besser bedient."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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