Fonds + ETF
Fondsmanager bevorzugen jetzt kurze Laufzeiten

Wer in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Schwellenländer-Rentenfonds erfolgreich sein wollte, musste vor allem zwei Dinge tun: die richtigen lokalen Währungen auswählen und die Laufzeiten kurz halten. Was den zweiten Punkt betrifft, ist Anton Hauser gegenüber den meisten Konkurrenten im Vorteil.

HAMBURG. Der von ihm betreute Espa Cash Emerging Markets der österreichischen Ersten Sparinvest ist relativ nah am Geldmarkt ausgerichtet. "Die Duration des Fonds darf 1,5 Jahre nicht überschreiten", sagt Hauser. Mit einer Zinsbindungsdauer der enthaltenen Papiere von durchschnittlich 0,83 Jahren nutzt er diese Obergrenze derzeit nur etwas mehr als zur Hälfte aus, was wiederum der Wertentwicklung zugute kam: Ein Zwölf-Monats-Plus von 16,20 Prozent bedeutet unter den 81 Angeboten der Kategorie Rang zwei (Tabelle).

Doch auch bei der Währungsallokation bewies Hauser in den vergangenen zwölf Monaten Geschick. "Wir waren und sind in Ländern wie Brasilien und der Türkei übergewichtet, was sich ausgezahlt hat", sagt der Espa-Manager. Beide Währungen machen rund 16 Prozent des Portfolios aus. Insgesamt lauten die Anleihen auf rund 40 verschiedene Währungen, darunter auch aus eher exotischen Ländern wie Sri Lanka oder Uruguay.

Den uruguayischen Peso hält auch Ralph Gasser für aussichtsreich, "In Uruguay ist die Zinskurve nach wie vor steil, so dass sich dort attraktive Anlagemöglichkeiten bieten", sagt der für Schwellenländerrenten zuständige Produktspezialist der Schweizer Privatbank Julius Bär. Im aktuell auf Rang eins liegenden JB Local Emerging Bond Fund stehen allerdings überwiegend inflationsgeschützte Anleihen im Vordergrund.

Auch im Julius-Bär-Fonds ist die durchschnittliche Zinsbindungsdauer mit 2,1 Jahren derzeit vergleichsweise gering. Für besonders aussichtsreich hält Gasser unter anderem Währungen erdölexportierender Länder wie Russland oder Brasilien sowie von Agrarländern wie Mexiko oder Uruguay. "Weniger Potenzial erwarte ich dagegen für Währungen von Ländern, die vor allem Basismetalle fördern", meint der Julius-Bär-Experte.

Phillip Blackwood favorisiert dagegen wie Espa-Manager Hauser neben dem brasilianischen Real vor allem die türkische Lira. "Die Regierung in Ankara ist stabil, die jüngsten Reformen entfalten eine positive Wirkung", begründet der Manager des viertplatzierten ISI Emerging Markets Local Currency Debt von Sydinvest die mit elf Prozent vergleichsweise hohe Gewichtung türkischer Papiere. Auch Blackwood bevorzugt bei seinen Investitionen das kürzere Laufzeitenende. "Wir erwarten 2008 in vielen Schwellenländern eine steigende Inflation und damit auch steigende Zinsen", sagt er.

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