Fondsmanager erhöhen Gewichtung der Finanzwerte
Japan-Aktienfonds drehen ins Plus

Der Nikkei-225-Index steigt seit Mitte März wieder, und mit ihm legen auch die Aktienfonds auf japanische Standardwerte zu. Im vergangenen April schafften die Produkte in der Vier-Wochen-Frist ein Plus von rund neun Prozent.

FRANKFURT. Dabei bescherten sie ihren Anlegern in den vergangenen zwölf Monaten noch große Verluste: Durchschnittlich verloren die 149 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Japan-Aktienfonds in dem Zeitraum 25 Prozent an Wert.

Das einzige Produkt in der Feri-Hitliste, das innerhalb eines Monats und auch auf Jahressicht einen positiven Ertrag erwirtschaften konnte, ist der Japan-Advantage-Fonds von Fidelity. Der Manager Ron Slattery wählt einzelne, vielversprechende Aktien unabhängig vom Entwicklungspotenzial der jeweiligen Branche aus. Derzeit macht die Aktie der Mitsubishi-UFJ Finanzgruppe mit sieben Prozent den größten Anteil im Portfolio aus. Die japanische Großbank verkündete zwar erst vor einer Woche einen Verlust von umgerechnet knapp zwei Mrd. Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008. Im laufenden Jahr will das Institut aber wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Aktie schadete die Verlustmeldung nicht - der Kurs an der Börse Tokio stieg am vergangenen Dienstag in einer ersten Reaktion um 3,7 Prozent.

Auch Fondsmanager Paul Chesson vom Invesco-Japanese-Equity-Core gewichtet derzeit den japanischen Finanzsektor in seinem Portfolio über. "Wir haben unsere Allokation zuletzt sogar erhöht, da wir die Finanzwerte für attraktiv bewertet halten und meinen, dass sie von einem besseren Marktumfeld profitieren sollten", sagt der Experte. Von vielen defensiven Aktienpositionen trennte sich Chesson: "Wir halten keine Beteiligungen mehr in der Versorgerbranche." Künftig sollen auch die Konsumwerte wie Auto- und Elektronikhersteller für Kursgewinn sorgen. Dazu zählen TDK, Nissan und Toyota Motor.

Die zahlreichen Konjunkturpakete in Japan könnten zu einem Wachstum des Bruttosozialproduktes von bis zu zwei Prozent sorgen, sagen Experten. Einige Marktbeobachter sprechen mittlerweile von einer Bodenbildung des Konjunkturzyklus. Und nicht nur die Binnenwirtschaft steht vor einem Wendepunkt. Auch die Außenwirtschaft wächst wieder: Im April stiegen die Exporte zum zweiten Mal in Folge, diesmal um 1,9 Prozent. Skeptiker hingegen schüren auch die alten Ängste vor einer Deflation - die derzeit jedenfalls wahrscheinlicher ist als eine Inflation.

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