Fondsmanager erwarten in den kommenden Monaten ein Abflauen des Booms
Nebenwerte bescheren hohe Renditen

Albrecht von Witzleben hält nicht viel von breit gestreuten Fondsportfolios mit niedrigen Einzeltitel-Gewichtungen. Stattdessen geht der in London ansässige Vermögensverwalter lieber hohe Einzelwetten ein und setzt mit dem von ihm beratenen Nebenwertefonds Deutsche Aktien Total Return auf ein konzentriertes Portfolio von 20 bis maximal 30 Titeln.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten fuhren seine Anleger damit hervorragend: So gelang dem erst im Frühjahr 2005 bei der Landesbank Rheinland-Pfalz International (LRI) in Luxemburg aufgelegten Fonds mit einem Wertzuwachs von 41,62 Prozent unter 17 Fonds mit Schwerpunkt auf deutschen Nebenwerten aus dem Stand der Sprung an die Spitze (Tabelle).

Mit diesem Ergebnis hat von Witzleben sein Ziel weit übertroffen: "Grundsätzlich streben wir mit dem Fonds unabhängig von der Marktentwicklung einen Wertzuwachs von acht Prozent jährlich an", sagt der LRI-Berater.

Den Erfolg führt er unter anderem auf die gute Entwicklung von hoch gewichteten Titeln wie Sino und Sixt zurück. "Positiv hat sich auch ausgewirkt, dass wir die Kassequote rechtzeitig vor den Kursstürzen im Mai von rund zehn auf 18 Prozent hochgefahren haben", ergänzt er. Die Höhe der Aktien-, Renten- und Kasseposition kann von Witzleben je nach Marktlage ohne Mindestquoten variieren. Die vergleichsweise hohe Kassehaltung will er zunächst beibehalten, da er für die kommenden Monate mit einer Seitwärtsbewegung der Märkte rechnet. Dabei räumt er größeren und damit liquiden Titeln die besten Kurschancen ein.

Eine Einschätzung, die UBS-Manager Peter Ott teilt. Anders als von Witzleben, der aktuell rund 20 Prozent des Portfolios in Standardwerten hält, ist Ott mit seinem UBS Equity Mid Caps Germany derzeit allerdings überhaupt nicht in entsprechenden Titeln investiert, plant jedoch den Aufbau dieser Positionen.

Für die mit einem Zuwachs von nur 16,21 Prozent schwächere Entwicklung seines Fonds waren aber andere Faktoren ausschlaggebend. "Wir haben zu früh in defensivere Werte umgeschichtet und unter anderem die Salzgitter-Aktie, AMB Generali und Karstadt-Quelle zu früh verkauft", räumt Ott ein.

Im Gegensatz dazu erzielte der von Frank Elze betreute UBS Equity Small Caps Germany in den vergangenen zwölf Monaten mit 31,83 Prozent eine nahezu doppelt so hohe Wertentwicklung. "Der große Vorsprung lässt sich auf die weitaus höhere Gewichtung von Wachstumstiteln aus dem TecDax-Segment zurückführen", erläutert Ott, der als Team-Leiter auch für den Small Cap Germany verantwortlich zeichnet. Die beiden Portfolios überschneiden sich nur geringfügig: Lediglich fünf bis zehn Prozent sind identisch.

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