Fondsmanager erwarten keine großen Kurssprünge mehr – Vorsicht bei US-Bonds
Rentenfonds drohen magere Zeiten

Viele Anleiheexperten erwarten, dass die Renditen der Staatsanleihen in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen und ihre Kurse dementsprechend sinken werden. Das macht für Rentenfondsmanager die Auswahl der Papiere nicht gerade einfach.

HB/vwd FRANKFURT/M. So hält zum Beispiel Ewald Dür die Lage an den Rentenmärkten für „relativ gefährlich“. Deshalb wählt er für seinen „LGT Bond Fund Global“ verstärkt Anleihen mit einer mittleren Restlaufzeit bis fünf Jahre. „Diese Papiere reagieren auf stark steigende Renditen weniger sensibel als Langläufer“, begründet er.

Optimistischer ist Mario Fraefel, der den „Swissca Bond International“ managt. Er sieht „momentan kein Risiko, dass die Renditen lang laufender Anleihen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten stark steigen“. Deshalb hat er in seinem Portfolio zu einem Viertel auch Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens zehn Jahren. „Wenn man keinen extremen Renditeanstieg erwartet, bieten Langläufer wegen der steilen Zinsstrukturkurve momentan die besten Ertragsperspektiven“, sagt Fraefel.

Beide Experten erwarten, dass die Erträge von Anleihen sinken werden. Mit Bonds ließen sich dann maximal die Kupons verdienen.

Unter den globalen Rentenfonds mit großem Anlagevolumen zählen die Schützlinge der beiden Manager zu den besten im Einjahresvergleich. Der LGT-Fonds rangiert mit einem Wertzuwachs von 2,09 % auf Platz zwei unter zehn Konkurrenten, der Swissca-Fonds auf Rang drei mit einem Plus von 1,57 %.

Seine pessimistische Einschätzung der Rentenmärkte begründet Dür mit der Furcht vor einer Stagflation in den USA und Europa mit einer Inflationsrate von mindestens 3 % bei einem Wachstum von maximal 2 %. Fraefel erwartet auch ein nur sehr moderates Wachstum, sieht aber von der Inflationsseite keine Gefahr. So rechnet er für die USA 2004 mit einer Teuerungsrate von weniger als 1 %. Auch in Europa weise der Trend spürbar nach unten. „Das gibt den Notenbanken ausreichend Spielraum, die Zinsen über das gesamte nächste Jahr hinweg niedrig zuhalten.“ Der private Konsum in den USA sollte sich wegen der relativ hohen Arbeitslosigkeit langsam abschwächen. In Europa bleibe er voraussichtlich auf einem recht niedrigen Niveau.

Im Währungsbereich sind sich die beiden Fondsmanager indes einig. Der Euro werde weiter zur Stärke neigen, auch wegen der Zinsdifferenz in Europa zu Amerika. Bei der Anlage in US-Bonds raten die Experten deshalb zur Vorsicht.

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