Fondsmanager im Interview
„Der Entzug tut weh“

Das billige Geld der Notenbanken hat die Börsen auf Rekordjagd geschickt. Fondsmanager John Bennett erklärt, warum die Kurse viel zu schnell gestiegen sind – und er trotzdem weiter Aktien kauft.
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Weltweit markieren die Börsen neue Allzeithochs. Liegt das daran, dass sich die Wirtschaft erholt, oder doch eher daran, dass die Zentralbanken fast unbegrenzt Geld bereitstellen?
An beidem. Aber derzeit spiegeln die Börsen vor allem das aktuelle, liquiditätsgetriebene Umfeld wider. Anlegern auf der Suche nach Rendite hat der Geldmarkt derzeit praktisch nichts zu bieten, und auch Anleihen werfen kaum etwas ab. Da ist es nur zu verständlich, wenn sich Anleger dem Aktienmarkt zuwenden, der immer noch mit vernünftigen Renditen lockt.

Unlängst hat Ben Bernanke erstmals angedeutet, dass die Fed beim Gelddrucken einen Gang zurückschalten könnte. Wann kommt die Zinswende?
Ich glaube nicht, dass die Fed noch in diesem Jahr den Hahn komplett zudrehen wird. Denn Äußerungen aus der Notenbank lassen darauf schließen, dass sie eher eine höhere Teuerungsrate in Kauf nehmen wird, als ihre lockere Geldpolitik zu früh zu beenden und damit möglicherweise Gefahr zu laufen, der Erholung das Wasser abzugraben. Aus dem Protokoll der letzten Fragestunde mit dem Fed-Chef Bernanke geht deutlich hervor, dass der Zeitpunkt für ein Zurückfahren der Anleihekäufe vor allem davon abhängt, ob die Wirtschaft auf Erholungskurs bleibt.

Was würde der Entzug für die Aktienmärkte bedeuten?
Die Reaktion im Mai hat gezeigt, dass ein Drosseln der quantitativen Lockerung wohl kaum auf Begeisterung stoßen wird. Der Markt hat sich an das leichte Geld gewöhnt, und wie bei einem Süchtigen tut der Entzug weh – obwohl es dem Patienten langfristig gesehen ohne seinen Stoff zweifellos besser geht.

Kann es sein, dass sich die Börsen von der Realität abgekoppelt haben?
Wir sind überzeugt, dass die Gewinnmargen der Unternehmen derzeit hoch sind und ziemlich sicher fallen werden. Unser Portfolio versuchen wir zu schützen, indem wir sicherstellen, dass wir keinen zu hohen Preis für unsere Anlagen zahlen. Beim Blick auf die Liste unserer Bestände sind die durchweg vernünftigen Kennzahlen der Firmen, in die wir investiert haben, wirklich beruhigend.

Lange Zeit gehörten sie zu den Pessimisten, heute empfehlen Sie, Aktien zu kaufen. Ist es dafür nicht ein bisschen zu spät?
Seit letztem Sommer bin ich sehr optimistisch, was europäische Aktien anbelangt. Und zweifellos war das ein besonders günstiger Zeitpunkt für einen Einstieg. Seitdem haben wir zwar eine Rally an den europäischen Aktienmärkten gesehen. Trotzdem sind die Bewertungen aktuell nicht übertrieben hoch. Was mich jedoch umtreibt, ist die Sorge, dass Anleger bei ihrer Auswahl nicht mehr ganz so genau hinschauen.

Kommentare zu " Fondsmanager im Interview: „Der Entzug tut weh“"

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  • Dieses billige Geld ist ein Verbrechen an den Bürgern. Sie bekommen ihre Renten entwertet, der Sparzins finde eigentlich nicht mehr statt. Diese billige Geld hat nur denen geholfen die nichts anderes machen, als mit diesem Geld zu spekulieren. Die Politik ist im Bilde aber sie lässt alles geschehen. Die Spekulanten sind reicher geworden, der Bürger hat es finanziert. Hut ab vor socher Politik! Es wird immer deutlicher, wer wirklich regiert.Unsere Stimmen sind so wertlos, wie unsere Politiker.

  • Der Mann und sein Fond (FGV2) spielen in einer Liga mit Floßbach (a0m430). Ungefähr gleiche Performance, tlw. leicht offensiver und damit temporär einen Tick besser.

    Dafür gab es einen Hänger vor geraumer Zeit, der gekostet hat. Beides gute Fonds aber eben nicht richtig top.

    Es bereitet mir regelmäßig enormen Spaß, diese Dickschiffe noch etwas auszubeschleunigen.

    Letztes Jahr reichte dazu eine simple Methode: volles Risiko auf Nachranganleihen - fast Null Liquidität - dafür +52% Performance.

    Aktuell mache ich den Schwarzen Schwan mit Optionen - bei rund 90%iger Liquidität. Macht bisher fast genauso viel Spaß wie 2012.

    Gruß an den Kollegen, Schotten nehmen es immer sportlich.

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