Fondsmanager
Kampf gegen Komplexität

Fonds müssen bei ihren Anlagen stärker als bisher auf Risiken von Emittenten und Kontrahenten achten. Dabei können Ratings nur als Anhaltspunkte dienen. Die gestiegene Konkurrenz zwischen klassischen Fondsmanagern und den Investmentbanken forciert nach Expertenmeinung den Einsatz strukturierter Produkte.

FRANKFURT. Im Umfeld der ausufernden Finanzmarktturbulenzen wirft der wachsende Einsatz von Derivaten und sogenannten strukturierten Produkten wie Zertifikaten im Fondsmanagement nach Ansicht von Experten Fragen auf. "Die Krise sollte bei Investments den Blick für Emittenten- und Kontrahentenrisiken sowie für die Komplexität von Produkten und eine mögliche Austrocknung von Märkten schärfen", sagt beispielsweise Wolfgang Mansfeld, Vorstand der Union Asset Management.

Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC für die Jahre 2002 bis 2006 ("Die wichtigsten Ergebnisse") hatte einen steigenden Einsatz von Derivaten im Fondsmanagement festgestellt. "Vermutlich hat sich dieser Trend fortgesetzt", sagt Thomas Emde, Partner im Bereich Investment-recht bei der Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer. Für ihn heißt das: "Die Anforderungen an das Risikomanagement bei den Vermögensverwaltern sind gestiegen." Die Nutzung von Derivaten und strukturierten Produkten "verlangt gute Risikomanagement-Software und gutes Personal, eine teure Angelegenheit", meint Sven Zeller, Partner in der Anwaltskanzlei Clifford Chance.

Zum Start der Krise im vergangenen Sommer trocknete zunächst der Markt für forderungsbesicherte Anleihen (ABS) im Hypothekenbereich aus, später gerieten Firmenanleihen und andere Produkte mit Emittentenrisiken unter Druck. Wenn in den vergangenen Tagen eine Bankengruppe das große Finanzhaus Bear Stearns nicht aufgefangen hätte, wäre diese Adresse wohl in den Konkurs gegangen - und damit unter anderem deren strukturierte Papiere wie Zertifikate.

"Der Fondsmanager muss die Bonität eines Emittenten einschätzen, Ratings sind hier nur Anhaltspunkte", sagt Mansfeld. "Über das Emittentenrisiko bei strukturierten Produkten hat man früher oft hinweggeschaut - und Ratings sind keine Ewigkeitsgröße", mahnt Zeller ganz ähnlich.

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