Fondsmanager sehen mittelfristig Potenzial bei Technologietiteln, rechnen kurzfristig aber mit Rückschlägen
Wachstumstitel treiben Nebenwertefonds

Die Renditerenner finden sich aktuell nicht bei den Blue Chips, sondern bei kleineren Aktien, den Nebenwerten. Grund: Die Hebelwirkung, die insbesondere mit den Wachstumstiteln unter den Nebenwerten zu erzielen ist, ist bei dem vom Markt gespielten Konjunkturaufschwung größer als bei Standardaktien.

vwd FRANKFURT. Doch je länger die Party dauert, desto größer wird die Gefahr eines erneuten Rückschlags. Diesen befürchten auch einige Verantwortliche von Fonds, die in Aktien kleinerer und mittlerer europäischer Unternehmen investieren, wie etwa Heiko Veit und Guido Schickentanz. Die von ihnen gesteuerten Produkte, NovaMax Neue Märkte und Nestor EuroTec Fonds, belegen mit einer Jahres-Wertentwicklung von 53,71 bzw 34,89 Prozent per Ende August die Plätze eins und zwei unter 90 ausgewerteten europäischen Nebenwertefonds.

Der Markt sei derzeit „überkauft“ und rückschlaggefährdet, sagt der Manager des Nestor EuroTec Fonds. Schickentanz fährt deshalb eine relativ hohe Kasseposition von ca. 20 %. Auf mittlere Sicht sind Veit und Schickentanz aber zuversichtlich für kleinere Wachstumswerte in Europa: „Mindestens bis Mitte nächsten Jahres haben die Kurse weiterhin Potenzial nach oben“, ist sich Schickentanz sicher. Und auch Veit spricht davon, dass das Chance/Risiko-Verhältnis bei Small Caps in Europa weiter attraktiv sei.

Nach den künftigen Renditerennern suchen Veit und Schickentanz, die überwiegend auf Technologiewerte setzen, in unterschiedlichen Branchen. Profitiert haben beide bislang vor allem vom Boom der Internetwerte Freenet oder United Internet. Diesen Bereich hat Veit aus Bewertungsgründen deutlich reduziert. Umgeschichtet hat er die Gelder vor allem in den Software- und IT-Services-Sektor. Schickentanz setzt stark auf PC-Hersteller, die „vom turnusmäßigen Austausch ihrer Geräte profitieren sollten“. Interessant finden beide den Halbleitersektor. Skeptisch gegenüber stehen sie Biotechnologiewerten, die kaum Einblicke in ihre Ertragslage böten.

Anlegern, die über ein Investment in die beiden Fonds nachdenken, gibt Thomas Portig, Chef des Analyseteams von HCM Capital Management, aber zu bedenken: Beide Produkte setzten ja überwiegend auf kleinere Technologiewerte und seien Deutschland-lastig. Dies mache die Produkte in einer negativen Marktphase anfällig für Rückschläge. „Wer die Fonds jetzt kauft, kommt zu spät“, so Portig. Wer bereits Anteile besitze, könne diese noch eine Zeitlang halten, denn die Euphorie für kleine Tech-Werte könne noch anhalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%