Fondsmanager spüren jedoch das Währungsrisiko der Schwellenländer
Indonesien-Anleihen gelten als unterbewertet

Christian Schiweck hatte es in den vergangenen Monaten nicht leicht: Er setzt mit dem DWS Invest Emerging Yield Plus ausschließlich auf Schwellenländer-Anleihen mit kurzer Laufzeit, die auf lokale Währungen lauten. Eine Anlagekategorie, die sich auf Euro-Basis in den vergangenen Monaten sehr schlecht entwickelte:

HAMBURG. Zwar hätten die asiatischen Währungen gegenüber dem Dollar und dem japanischen Yen stark aufgewertet, erläutert der DWS-Manager. Unterm Strich habe aber die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar zu einer Abwertung dieser Währungen geführt.

Doch damit nicht genug: "Auch die meisten osteuropäischen Währungen verloren in den ersten Monaten dieses Jahres gegenüber dem Euro", so Schiweck. Das liege an den politischen Unsicherheiten in Polen und Ungarn und dem gestiegenen Zinsniveau für Kurzläufer in der Eurozone. Angesichts dieser Marktgegebenheiten fällt die Zwölf-Monats-Bilanz des Fonds mit einem Minus von 2,11 Prozent enttäuschend aus. So belegt er in der jüngsten Auswertung von Feri Rating & Research unter 65 Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Hochzinspapieren lediglich den vorletzten Platz (Tabelle).

Schiweck lässt sich von dieser schlechten Platzierung jedoch nicht beeindrucken. "Die in dieser Kategorie gelisteten Fonds investieren überwiegend in Hartwährungsanleihen, für die das Marktumfeld in den vergangenen zwölf Monaten weit günstiger war," sagt er und ist überzeugt, dass sein Fonds demnächst wieder Boden gutmacht: "Wir gehen davon aus, dass die großen Zentralbanken ihre Zinserhöhungspolitik beenden, was eine Aufwertung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar nach sich ziehen wird." Unabdingbar für eine gute Wertentwicklung seines Fonds sei allerdings, dass der Dollar gegenüber dem Euro nicht weiter abwerte, was die Aufwertungsgewinne erneut zunichte mache.

Besonders gute Chancen sieht Schiweck derzeit vor allem für unterbewertete Währungen wie den Ringitt in Malaysia, der mit einer Gewichtung von rund fünf Prozent derzeit zu den größten Währungspositionen im Fonds gehört. Auch die Aussichten für Lokalwährungsanleihen aus der Türkei, Brasilien und Indonesien bewertet er als gut.

Indonesien gehört auch zu den Favoriten von ABN-Amro-Manager Raphael Kassin, dessen Global Emerging Markets Bond Fund (Euro) Klassenbester der Vergleichsgruppe ist. Anders als Schiweck kauft Kassin ausschließlich Papiere, die auf US-Dollar lauten. Mit Ausnahme Indonesiens setzt Kassin bei der regionalen Gewichtung deutlich andere Schwerpunkte als Schiweck: So entfällt derzeit ein Drittel des Portfolios auf Argentinien, wo Schiweck nur zu drei Prozent investiert ist.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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