Fondsmanager stocken Bargeldanteil deutlich auf – Bislang liefen Energie- und Finanztitel gut
Schlechte Aussichten für US-Nebenwerte

Die Spekulation auf defensive Branchen und Substanzaktien hat den US-Nebenwertefonds in den zurückliegenden zwölf Monaten gute Renditen gebracht – im Schnitt gut 18 Prozent per Ende Juni. Gut liefen vor allem Energie- und Finanztitel.

HB/DJ FRANKFURT/M. Zum Vergleich: Standardwerte-Portfolios legten durchschnittlich um zehn Prozent zu. Doch mit der Zinswende durch die US-Notenbank haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung eher verschlechtert. „Große Unternehmen, die oft auf mehreren Geschäftsfeldern und weltweit tätig sind, haben bessere Möglichkeiten, Risiken zu streuen - inklusive der Zinsrisiken“, sagt etwa Eric Harthun, Portfoliomanager aus dem Team des „Putnam U.S. Small Cap Value Equity Fund E“. Mit einer Jahreswertenwicklung von plus 39,13 Prozent per Ende Juni rangiert der in Euro abrechnende Fonds an erster Stelle unter 71 ausgewerteten Portfolios mit Anlageschwerpunkt US-Nebenwerte. Die Dollar-Ausgabe des U.S. Small Cap Value Equity liegt mit einem Plus von 29,47 Prozent fünf Plätze dahinter.

Ähnlich skeptisch hinsichtlich der Perspektiven zeigt sich auch Thomas Perkins, der gemeinsam mit Jeffrey Kautz den „Janus World Funds -Strategic Value Fund EUR A“ steuert. Nach der ersten Leitzinsanhebung seit vier Jahren durch die Federal Reserve sei Bargeld für US-Unternehmen mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung teuer geworden, sagt der Portfoliolenker, dessen Produkt mit einem Plus von 34,81 Prozent an dritter Stelle der aktuellen Tabelle steht. Getreu der Prognose beträgt die Kasseposition stolze 16 Prozent.

Trotz verschlechterter Rahmenbedingungen haben beide Portfoliolenker nach Ansicht von Thomas Portig, Leiter der Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management, gute Arbeit geleistet. Gleichzeitig weist der Experte auf einen wichtigen Unterschied zwischen beiden Produkten hin: „Die Janus-Fondsmanager haben laut Verkaufsprospekt mehr Möglichkeiten. Zwar liegt auch ihr Schwerpunkt auf nordamerikanischen Aktien im gering bis mittel kapitalisierten Segment. Aber theoretisch dürfen sie weltweit und auch in höhere Kapitalisierungskategorien investieren.“ Das Putnam-Team sei demgegenüber auf US-Nebenwerte festgelegt. Vor diesem Hintergrund sei es interessant, dass beide Manager unabhängig von einander mit jeweils über 20 Prozent relativ hoch im Finanzsektor investiert seien. Aussichtsreiche Substanzwerte suchten beide momentan eher in den konservativen Sektoren.

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