Fondsmanager von Franklin Templeton und Metzler sehen weiteres Potenzial
Durchhalteparolen für Osteuropa zahlen sich aus

Noch im Frühjahr sah es so aus, als stünden die osteuropäischen Börsen vor einer längeren Korrektur. Angesichts steigender US-Zinsen nahmen viele Investoren Gewinne mit, und das absehbare Scheitern der EU-Referenden in Frankreich und den Niederlanden ließ selbst so manchen notorischen Optimisten ins Grübeln kommen.

HB HAMBURG. Sollte es auch Mark Mobius so ergangen sein, so wäre der Manager des im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich auf Rang zwei liegenden Templeton Eastern Europe vermutlich der Letzte gewesen, der sich seine Zweifel hätte anmerken lassen. Denn nach außen hin gibt sich kaum jemand so überzeugt vom Potenzial der von ihm betreuten Investments wie der langjährige Leiter des Schwellenländer-Teams von Franklin Templeton. Wer seinen Durchhalteappellen folgte, hatte die im März und April erlittenen Verluste bereits Ende Juni wieder aufgeholt und erreichte im Juli neue Höchststände.

„Wir haben vor allem in Ungarn und Russland zugekauft und finden in der Region auch weiter attraktiv bewertete Titel“, erklärt Mobius zufrieden. Zu den größten Beteiligungen seines aktuell 28 Titel umfassenden Portfolios gehören die russischen Rohstofftitel Lukoil und Norilsk Nickel sowie der polnische Festnetzbetreiber TPSA. Dort hat der Templeton-Manager sein Engagement ebenfalls noch einmal verstärkt: „Obwohl TPSA das Monopol auf Ferngespräche ins In- und Ausland verloren hat, laufen noch immer 75 Prozent aller Gespräche über ihr Netz“, begründet Mobius. Neue Impulse für die osteuropäischen Aktienmärkte erwartet er in den kommenden Jahren vor allem von den in vielen Ländern initiierten Pensionsfonds-Programmen, die zu einer deutlich steigenden Nachfrage führen sollten.

„Osteuropa bleibt auf absehbare Zeit ein Wachstumsmarkt“, gibt sich auch Markus Brück überzeugt. Der Manager des Metzler Eastern Europe erzielte in den vergangenen zwölf Monaten eine ähnlich gute Performance wie Mobius und belegt derzeit unter 43 Fonds Rang fünf. Das deutlich schlechtere Dreijahres-Ergebnis begründet Brück damit, dass Russland ursprünglich nicht zum Anlageuniversum gehörte. Mittlerweile stellen in Moskau notierte Aktien mit knapp 25 Prozent die größte Position in seinem Portfolio. Zudem sind auch Randmärkte wie Rumänien, Kasachstan oder Ägypten vertreten, die aktuell knapp 14 Prozent ausmachen. „Das ist eine der Säulen des Anlagekonzepts und hat zur guten Performance beigetragen“, betont Brück, der sich ansonsten weitgehend auf Blue Chips konzentriert.

„Anders als die ebenfalls von Mark Mobius betreuten globalen Schwellenländerfonds kann der Osteuropa-Fonds von Franklin Templeton durchaus überzeugen“, urteilt Eric Wiese. Der Geschäftsführer des Geldanlage-Centrums in Hamburg stellt auch dem Metzler-Produkt gute Noten aus, rät aber in der Region trotz der jüngsten Erholung bis auf weiteres zur Vorsicht: „Speziell Russland ist politisch alles andere als sicher, und weitere Rückschläge sind auf dem mittlerweile erreichten Niveau nicht ausgeschlossen.“

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