Fondsmanager von Gartmore und Frankfurt Trust setzen bei der Auswahl unterschiedliche Prioritäten
Nachfrage nach Firmenanleihen steigt weiter

Chance oder unkalkulierbares Risiko? Als die Ratingagentur Standard & Poor?s Anfang Mai die Anleihen von Ford und General Motors auf "BB+" beziehungsweise "BB" herabstufte, befürchteten manche Analysten einen Kursrutsch.

HB DÜSSELDORF. Viele Investoren wollten oder dürften die aus dem Universum der als "sicher" geltenden Papiere herausgefallenen Auto-Bonds jetzt nicht mehr im Depot halten, so die Argumentation. Andere Marktbeobachter sahen dagegen angesichts der auf zweistellige Werte gestiegenen Renditen eine günstige Kaufgelegenheit.

Richard Hodges entschied sich für das Szenario "Chance". Der Manager des Gartmore-European-Corporate-Bond-Fund orderte und hat aktuell in Titel beider Emittenten je zwei Prozent des Fondsvermögens investiert. Bislang ging die Rechnung auf, die Kurse konnten sich von ihren Tiefständen deutlich erholen. Hodges macht sich dabei weder bei Ford noch bei General Motors Sorgen, dass die von ihm gekauften Kurzläufer nicht mehr bedient werden könnten.

Eine Pleite des weltgrößten Automobilherstellers hält auch Thomas Schneider für wenig wahrscheinlich. Dennoch meidet der Manager des ebenfalls auf Unternehmensanleihen spezialisierten FT EuroCorporates von Frankfurt Trust prinzipiell alle Firmen, die wie Ford oder General Motors mit negativen Nachrichten in Verbindung gebracht werden: "Wir streben eine möglichst stabile Entwicklung der von uns gehaltenen Papiere an." Um die Risiken möglichst niedrig zu halten, nimmt ein einzelner Firmenbond darüber hinaus nur selten mehr als 1,5 Prozent des Fondsvermögens ein. Dagegen gewichtet Gartmore-Manager Hodges einzelne Unternehmen auch schon einmal deutlich über, wenn er von deren Schuldnerqualität überzeugt ist.

Trotz der unterschiedlichen Anlagepolitik liegt die Performance beider Fonds recht nahe beieinander. So erzielte der Gartmore European Corporate Bond in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 8,95 Prozent, der FT EuroCorporates kam auf 8,20 Prozent. Damit gehören sie in ihrer Vergleichsgruppe zu den zehn besten Angeboten (Tabelle).

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