Fonds + ETF
Fondsmanager wandeln auf Warren Buffetts Spuren

Michael Keppler, Präsident der Beratungsgesellschaft Keppler Asset Management in New York, gilt als einer der erfolgreichsten Manager von Schwellenländerfonds. Doch auch bei Aktienfonds mit dem Fokus Industrieländer hat er sich einen Namen gemacht. Aktuell favorisiert er unter anderem Aktien aus Deutschland.

HAMBURG. Den gebürtigen Ingolstädter auf seine Rolle als einer der erfolgreichsten Manager von Schwellenländerfonds zu reduzieren, wäre zu kurz gesprungen. Mit dem "Global Advantage Funds Major Markets High Value" berät Keppler auch einen überwiegend in Industrieländern anlegenden Aktienfonds, der seinen Vergleichsindex MSCI World seit der Auflage im Mai 1993 um mehr als 130 Prozentpunkte geschlagen hat. Auch in den vergangenen zwölf Monaten gehörte der Major-Markets-Fonds mit einem Plus von 14,53 Prozent zu den besten Angeboten seiner Kategorie.

Wie in seinen Schwellenländer-Portfolios investiert Keppler ausschließlich in jene Länder, die im Durchschnitt über die günstigsten Bewertungen - gemessen unter anderem an der Dividendenrendite, dem Kurs-Buchwert- und dem Kurs-Gewinn-Verhältnis - verfügen. Die ausgewählten Länder gewichtet er alle gleich hoch.

Aktuell favorisiert Keppler Aktien aus Deutschland, Belgien, Spanien, Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden. "Das letzte außereuropäische Investment, in Singapur, haben wir im Februar verkauft", sagt er. Einen Sonderfall stellt die mit knapp zehn Prozent gewichtete Warren-Buffett-Aktie Berkshire Hathaway dar, die Keppler für "markant unterbewertet" hält. "Es gibt auf der ganzen Welt keine preisgünstigere Alternative, in Private Equity zu investieren", sagt er - Berkshire investiert wie Private-Equity-Fonds auch in nichtbörsennotierte Unternehmen.

Die Vorliebe für europäische Aktien teilt Keppler mit Gerald Kichler. Der Manager des bei Oppenheim Pramerica aufgelegten "FvS Portfolio Aktien Global" verfolgt ebenfalls einen wertorientierten Ansatz. "Wir suchen nach Firmen, die innerhalb ihrer Branche die attraktivste Bewertung aufweisen", sagt der Partner der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch.

Dabei folge die Analyse ähnlichen Methoden wie die Private-Equity-Branche. Positiver Nebeneffekt: In den vergangenen Monaten sei es bei mehreren von ihm gehaltenen Firmen zu kurstreibenden Übernahmen gekommen. Als Beispiele nennt Kichler Norsk Hydro, Biomet, Sabre, Atos Origin und Tandberg Television.

"Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich mit einem konsequent verfolgten Bewertungsmodell ein Mehrwert erzielen lässt", zollt Christian Michel von der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research beiden Fondslenkern Respekt. Anders als den "Global Advantage Major Markets High Value" hält er aber den "FvS Portfolio Aktien Global" für "bislang vom Volumen zu klein, um ein Basisinvestment zu sein".

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