Fondspleiten und Überangebot
Katerstimmung bei Hedge-Fonds

Immer mehr Hedge-Fonds geraten ins Straucheln. Nach dem Debakel um den amerikanischen Fonds Amaranth mehren sich jetzt in der Branche die Hiobsbotschaften. Die Branche leidet unter zahlreichen Fondspleiten und dem massiven Überangebot. Experten erwarten eine Marktbereinigung.

tor NEW YORK. So haben etwa die Manager von Vega Asset Management innerhalb von zwei Jahren rund 75 Prozent des Vermögens verloren. Mehr als 1 000 Hedge-Fonds sind in den letzten 24 Monaten vom Markt verschwunden. "Und die Zahl wird weiter zurückgehen", sagte kürzlich Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JP Morgan.

Hedge-Fonds versuchen durch riskante Wetten auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Allerdings sind die jüngsten Resultate eher enttäuschend. Nach Berechnungen des Branchendienstes Hedge Fund Research beträgt die durchschnittliche Rendite in diesem Jahr etwa sieben Prozent. Der Aktienindex Standard & Poor?s 500 erbrachte dagegen eine Gesamtrendite (inklusive Dividenden) von mehr als zwölf Prozent.

Grund für die mäßigen Ergebnisse ist das Gedränge am Markt. Zwar haben mehr als 1 000 Hedge-Fonds aufgegeben, zugleich sind jedoch seit Anfang 2005 2 622 neue Fonds gegründet worden. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 9 000 Fonds, die ein Gesamtvermögen von etwa 1 200 Mrd. Dollar verwalten. Mit anderen Worten: Immer mehr Fondsmanager mit immer mehr Geld versuchen, mit ähnlichen Wetten überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Einige wie Amaranth riskieren dabei alles. Der Hedge-Fonds hatte in einer Woche rund sechs Mrd. Dollar auf dem US-Gasmarkt verspielt und befindet sich jetzt in der Abwicklung.

Verspekuliert hat sich auch Vega. Grund für die jüngsten Verluste: Vega hatte auf sinkende Kurse bei Staatsanleihen gesetzt. Der Bondmarkt boomt jedoch seit Wochen. Die Katerstimmung in der Branche hat allerdings auch namhafte Banken nicht davon abgehalten, in den Markt einzusteigen. JP Morgan hat sich vor zwei Jahren mehrheitlich an dem Hedge-Fonds Highbridge Capital Mgt. beteiligt. Goldman Sachs ist derart aggressiv im Risikohandel tätig, dass viele an der Wall Street die Bank als den größten Hedge-Fonds der Welt bezeichnen. Und Morgan Stanley will nach einem Bericht des "Wall Street Journal" den Fonds Front Point Partners übernehmen.

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