Fondsprodukte
Garantie wird oft teuer bezahlt

Nach dem Crash setzten viele Anleger auf Garantiefonds. Doch dies ist nicht immer ein lohnendes Investment.

HB PULHEIM. Garantiefonds konnten in den vergangenen Jahren beeindruckende Wachstumszahlen vorlegen - alle großen Gesellschaften verdienten gut am Geschäft mit den Produkten, die in verschiedenen Varianten einen Kapitalerhalt garantierten. Derartige Erträge ohne Risiko sind mit einiger Sicherheit der Traum eines jeden Anlegers. Und die Realisierung dieses Traumes versprachen Kreditinstitute seit dem Börsencrash der Jahrtausendwende mit einem beruhigend klingenden Produkt: dem Garantiefonds.

Die Konstruktion dieser Papiere sieht auf den ersten Blick sehr überzeugend und einleuchtend aus. Am Ende der festgelegten Fondslaufzeit wird die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals (Geld-zurück-Garantie) beziehungsweise die eines vorher vorgeschriebenen Prozentsatzes davon versprochen. Der Anleger wird zudem bis zur Endfälligkeit mit einer bestimmten Partizipationsquote am Kursanstieg des jeweiligen Marktes beteiligt oder der Gewinn wird auf einen bestimmten Prozentsatz des Indexanstiegs beschränkt.

Der Preis, den die Investoren für das reduzierte Risiko bezahlen müssen, ist allerdings hoch: "Die laufenden Gebühren für das Fondsmanagement sind höher als bei Aktien- oder Anleihenfonds", weiß Rüdiger Sälzle von Fonds Consult aus München, einem auf Fondsresearch und Asset Management spezialisierten Finanzdienstleister. Denn der Fondsmanager muss Liquidität für die Rückgabe von Anteilen bereit halten und zugleich das Verhältnis von Kapitalgarantie und versprochener Partizipationsrate ausgleichen. Gerade die Kapitalgarantie frisst häufig einen guten Teil der Performance. Rein rechnerisch kann eine volle Kapitalgarantie im Vergleich zu einer 95prozentigen Absicherung die Wertsteigerung einer Anlage um rund 25 Prozent drücken.

Trotz dieser geschmälerten Renditeaussichten erfreuten sich die Produkte großer Beliebtheit vor allem bei den an Sicherheit orientierten privaten Anlegern: In den vergangenen fünf Jahren verdoppelte sich die Zahl der in Deutschland angebotenen Fonds sowie das darin verwaltete Vermögen nach Schätzungen des Branchenverbandes BVI. Gerade deutsche Anleger, die noch keine oder nur ganz geringe Erfahrung mit Wertpapiergeschäften haben, sind von der Idee des Kapitalerhalts leicht zu überzeugen. Sie setzen daher gerne auf die risikoarmen Papiere. Kapitalmarkterfahrenere Anleger hingegen weichen den renditeschwächeren Produkten oft aus, da sie häufig langfristiger orientiert sind und eigentlich ertragsstärkere Investitionsmöglichkeiten den Garantiefonds bevorzugen.

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