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Fonds bevorzugen europäische Firmenbonds

Unter den börsengehandelten Indexfonds haben sich längst nicht nur Produkte auf gängige Aktienindizes wie DAX oder EuroStoxx50 etabliert. Auch Fonds auf Pfandbriefe sind sehr gefragt. Die Staatstitel dienen in Krisenzeiten als Puffer.

HAMBURG. Unter den börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) haben sich längst nicht nur Produkte auf gängige Aktienindizes wie den Dax oder den EuroStoxx50 etabliert. Auch der "I-Shares eb rexx Jumbo Pfandbriefe" von Barclays Global Investors (BGI) ist mit einem Volumen von mittlerweile 562 Mill. Euro eine etablierte Größe. Die Wertentwicklung des im Dezember 2004 aufgelegte Indexfonds kann sich ebenfalls sehen lassen: Mit einem Wertzuwachs von 4,66 Prozent belegt er derzeit den Spitzenplatz unter 64 von Feri Rating & Research analysierten Rentenfonds mit Schwerpunkt auf Euro-Firmenanleihen. Zum Vergleich: Im Schnitt erzielten die Fonds dieser Kategorie lediglich ein mageres Plus von 0,18 Prozent.

Claus Hecher rechnet auch für 2008 damit, dass der Fonds einen überdurchschnittlichen Wertzuwachs erzielt. "Deutsche Pfandbriefe sind extrem sicher. Es ist noch nie vorgekommen, dass ein deutscher Emittent nicht zahlen konnte", begründet der BGI-Vertriebschef für ETFs seinen Optimismus und verweist darauf, dass deren Kurse im Zuge der US-Hypothekenkrise stabil geblieben sind. "Auch für das laufende Jahr gehen wir nicht davon aus, dass die Kurse unter Druck geraten", ergänzt Hecher.

Michael Sonner dagegen hat Jumbo-Pfandbriefe für den von ihn betreuten "Allianz-Dit Corporate Bond Global" derzeit nicht im Visier: "Als deutsches Nischenprodukt passen sie erstens eher in ein europäisches Fondsportfolio als in diesen global anlegenden Fonds, und zweitens greifen wir auf Staatsanleihen bester Bonität zurück, wenn wir krisensichere Investments suchen", sagt der Manager des auf Rang sieben liegenden Fonds. Von dieser dem eigentlichen Anlageziel zuwiderlaufenden Möglichkeit macht Sonner derzeit nicht mehr so viel Gebrauch wie noch in den vergangenen Monaten. "Wir haben zwischenzeitlich rund ein Drittel des Portfolios in Staatspapieren gehalten, den Anteil von Firmenanleihen mittlerweile aber wieder auf knapp 90 Prozent hochgefahren", sagt der Fondsmanager. Diese Gewichtung will er vorerst beibehalten.

Für die kommenden Monate gibt Sonner sich weiter vorsichtig. "Ich halte die Finanzmarktkrise und damit auch die Anfälligkeit von Firmenanleihen noch nicht für überwunden", sagt er. Selbst Anleihen aus vergleichsweise defensiven und stabilen Sektoren wie Versorgung und Telekommunikation seien anfällig für Kursrückgänge. Am aussichtsreichsten erscheinen ihm derzeit europäische Papiere, die er übergewichtet, während der Anteil von US-Anleihen deutlich niedriger ausfällt als im Vergleichsindex. Ausschließlich auf die defensive Karte setzt Sonner jedoch nicht: Rund zehn Prozent des Fondsvermögens hat er in Schwellenländern aus Mitteleuropa angelegt.

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