Fondsranking
Kanada bietet Goldfonds große Auswahl an Aktien

Fondsmanager sehen bei kleinen und mittelgroßen Firmen Aufholpotenzial. Denn diese sind noch viel niedriger bewertet als die Minenriesen. Die ganze Branche wird nicht nur weiter von der Finanzkrise profitieren, sondern auch von Lieferengpässen in Südafrika.

HAMBURG. Die Hebelwirkung, die ein steigender Goldpreis auf Minenaktien ausübt, lässt sich sehr gut an der Gesellschaft Barrick Gold beobachten. Während der Preis für eine Unze des gelben Metalls seit Juli vergangenen Jahres in der Spitze um 42 Prozent zulegte, kletterte die Aktie des weltgrößten Goldförderers um fast 80 Prozent. Doch längst nicht die gesamte Branche profitierte. Viele kleinere Unternehmen, insbesondere aus dem Explorationsbereich, verloren im selben Zeitraum an Wert.

"Im aktuellen Marktumfeld suchen Anleger sichere Häfen, deshalb setzen sie auch im Goldsektor auf etablierte Namen", sagt Markus Bachmann. Der Manager des Craton Capital Precious Fund hat unter dieser Entwicklung gelitten: Das magere Zwölf-Monats-Plus von 7,58 Prozent, das seinen Fonds im direkten Konkurrenzvergleich (siehe Tabelle) eher schwach aussehen lässt, geht vor allem auf den hohen Anteil niedrig kapitalisierter Unternehmen zurück. Gleichwohl denkt Bachmann aktuell nicht daran, sein Portfolio umzugestalten.

"Fast alle großen Minenkonzerne sind mittlerweile so hoch bewertet, dass sie nur noch bei weiter steigenden Rohstoffpreisen nachhaltiges Wachstum generieren können", warnt er und gibt sich überzeugt, dass sich der Bewertungsunterschied zu den kleineren und mittleren Unternehmen in absehbarer Zeit "erheblich" korrigiert. Deshalb böten viele Nachzügler gerade jetzt sehr gute Einstiegschancen. Auftrieb für die Edelmetallpreise erwartet Bachmann im weiteren Jahresverlauf nicht nur durch die Folgen der amerikanischen Kreditkrise, sondern auch durch die zunehmenden Lieferengpässe. "Südafrikanische Gold- und Platinminen müssen immer wieder mangels Strom ihre Produktion stilllegen", sagt er. "Dadurch steigen die Förderkosten, und es werden signifikant weniger Unzen produziert." Regional liegt der Schwerpunkt des Craton-Fonds allerdings mit 61 Prozent eindeutig auf nordamerikanischen Unternehmen, während Südafrika und Australien nur je elf Prozent ausmachen.

Obwohl Euan Leckie im australischen Sydney arbeitet, investiert auch der Manager des drittplatzierten DWS Invest Gold and Precious Metals bevorzugt in nordamerikanische Werte. "Wegen der Nähe zu den wichtigen Kapitalmärkten gibt es in Kanada eine deutlich größere Auswahl", begründet Leckie das Übergewicht. Ohnehin seien die meisten kanadischen Minenunternehmen global tätig. Den Eindruck, dass seit Juli alle Nebenwerte gelitten hätten, hält der DWS-Manager im Übrigen für falsch. "Einige Small Caps aus unserem Portfolio haben sich mehr als verdoppelt", sagt er. Die besten Aussichten billigt Leckie Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung zu.

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