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Wahlen in Lateinamerika lassen Fondsmanager kalt

In Lateinamerika geht es dieses Jahr mit Wahlen in zehn Staaten zum Teil heiß her. In Mexiko etwa war der Sieg von Felipe Caldéron lange umstritten. Das Ergebnis der Wahl im Juli war so knapp, dass es zu Ausschreitungen kam. Erst im September bestätigte ein Gericht Caldéron als künftigen Präsidenten. Ähnlich knapp endete auch der erste Wahldurchgang in Brasilien Anfang des Monats. Hier soll eine Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Lula da Silva und Herausforderer Geraldo Alckim Klarheit Ende Oktober bringen.

HAMBURG. Die politische Unruhe konnte Lateinamerika-Investoren bisher allerdings wenig anhaben. Und das obwohl Aktien aus Mexiko und Brasilien rund 90 Prozent der meisten Lateinamerikafonds ausmachen. "Die Börsen Lateinamerikas haben sich von der Politik emanzipiert", sagt Stefan Herz. In der Region zähle eher eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung, deutliche Reformergebnisse und ein Anstieg des allgemeinen Wohlstands.

Herz managt den Magna Latin America Fund aus dem Hause Charlemagne Capital, der mit einem Wertzuwachs von 47,56 Prozent die Zwölf-Monats-Statistik in der aktuellen Feri-Auswertung anführt (siehe Tabelle). Ein Drittel der Fondsmittel steckt nach wie vor in mexikanischen Aktien. "Die Wahl ist für Mexikos Börse kein Thema mehr. Wichtig sind die fundamentalen Daten und die sind robust", sagt Herz. Er setzt vor allem auf den Bau- und Bankensektor sowie auf Konsumwerte. Neben der starken Binnenwirtschaft bewertet Herz die Nähe zu den USA als Erfolgsfaktor.

Obwohl sich auch Will Landers von Mexikos politischer Situation unbeeindruckt zeigt, ist sein Fonds, der MLIIF Latin American Fund, mit 28 Prozent dort leicht untergewichtet - auch wegen der Nähe zu den USA. "Eine abschwächende Konjunktur in den USA kann Mexikos Wirtschaftswachstum schnell in Mitleidenschaft ziehen", befürchtet Landers. Er sucht in Mexiko daher Titel, die von einer Abkühlung weniger betroffen wären und attraktiv bewertet sind. Zwei mexikanische Titel gehören zu den fünf größten Positionen im Merrill-Lynch-Fonds: America Movil, der größte Mobilfunkanbieter Lateinamerikas, und der Zementhersteller Cemex.

Brasilien ist mit gut 60 Prozent das Schwergewicht in beiden Lateinamerika-Fonds. Herz und Landers sehen dem dortigen Wahlausgang gelassen entgegen. Herz: "Linker als Lula geht es nicht. Und sollte er gewinnen, bleibt es bei der aktuellen erfolgreichen Wirtschaftspolitik." Bei einem Sieg des rechten Herausforderers glauben beide Fondsmanager an eine neutrale bis positive Reaktion der Börse. Wenig Sorgen machen sich die Fondsmanager wegen der noch ausstehenden Wahlen des Jahres. Ecuador, Nicaragua und Venezuela gelten für Investoren eher als uninteressant.

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