Fondsratings
Mischfonds setzen auf eine defensive Strategie

Trotz der aktuellen Euphorie ist die Zeit für Aktien für eine Weile vorbei. Davon ist Ralf Borgsmüller überzeugt. Der Partner der Münchener Vermögensverwaltung PSM rechnet in den kommenden Monaten mit kräftigen Rückgängen an den Aktienmärkten.

HAMBURG. "Es könnte in deutlich zweistelliger Größenordnung nach unten gehen", glaubt Borgsmüller, der bei der Landesbank Rheinland-Pfalz International (LRI) den in Luxemburg aufgelegten Flexible Balance Fund berät. Der Fonds führt mit einer Wertentwicklung von 26,48 Prozent die Ein-Jahres-Statistik der 269 flexibel agierenden Mischfonds an (Tabelle).

Der Grund für Borgsmüllers Pessimismus gegenüber Aktien ist vor allem der von ihm erwartete Zusammenbruch des Immobilienmarktes in den USA. "Wegen der historisch hohen Verschuldung der US-Konsumenten wird in der Folge der US-Konsum einbrechen", sagt er. Das wiederum wirke sich schwächend auf die Konjunktur exportabhängiger Länder in Europa und Asien aus. Nach Meinung des Fondsberaters sollten daher Aktien in die aktuelle Kursstärke hinein komplett verkauft und danach für längere Zeit gemieden werden. Ausnahmen bilden Anteile an Gold- und Silberminen und-produzenten. Sie werden wieder zu einem sicheren Hafen. Den Daumen hebt er mittelfristig zudem für Anleihen, die durch die Zinsanstiege der vergangenen 18 Monate interessant geworden seien. Er glaubt an erneut sinkende Zinsen, was wiederum zu Kursgewinnen bis Ende 2007 führen werde.

Das Portfolio des von ihm beratenen Fonds besteht aktuell aus 56 Prozent Anleihen, 30 Prozent Edelmetalle, 13 Prozent liquide Mittel und nur zu einem Prozent aus Aktien. Aktienlastiger zeigt sich das Portfolio des Zweitplatzierten, des Evolution 1 der österreichischen Fondsgesellschaft Capital Invest. Aktuell sind rund 49 Prozent des Fonds in Aktien investiert und 51 Prozent in Anleihen.

Von August 2005 bis Juni 2006 bestand der Fonds sogar vollständig aus Aktien. "Die Verteilung auf die Anlageklassen ist jedoch kein Ergebnis von Marktprognosen", sagt Fondsmanager Bernd Hartmann. Ausschlaggebend ist für ihn allein der innere Wert eines Titels, der so genannte Intrinsic Value. "Er besagt, welchen Ertrag wir von einem Papier künftig erwarten können", erklärt der Capital-Invest-Manager. Mit Hilfe einer dafür programmierten Software scannt Hartmann 21 Aktien- und 19 Rentenmärkte nach den attraktivsten Intrinsic Value. Fündig wird er derzeit vor allem in den Niederlanden, die aktuell mit 20,2 Prozent am stärksten ins Gewicht fallen. Minenwerte sind dagegen aktuell gar nicht in seinem Portfolio vertreten. Für deutsche Anleger ist der Fonds mit dem Fokus auf die inneren Werte relativ neu: Der Evolution 1 ist hier erst seit drei Monaten zum Vertrieb zugelassen.

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