Fonds + ETF
Fondsskandal belastet auch kleine Firmen

Der Skandal über missbräuchliche Handelspraktiken in der US- Fondsbranche hat weit reichende Folgen. Während auf die Schwergewichte, darunter Putnam und Janus, Kosten von 2,3 Mrd. Dollar zukommen, heißt es für kleinere Fondsgesellschaften wie Hennessy oder Ariel mitgefangen, mitgehangen.

Bloomberg NEW YORK. Die US-Börsenaufsicht will die internen Kontrollen branchenweit verbessern. Doch die damit verbundenen Kosten dürften für die kleinen Fondsgesellschaften so hoch sein, dass der Konsolidierungsprozess innerhalb der Branche angeschoben wird, sagen Analysten.

„Ein paar Leute haben Mist gebaut, dafür müssen jetzt alle blechen“, bringt es Neil Hennessy, Präsident von Hennessy, auf den Punkt. „Und nicht zu knapp.“ Mehr als 270 der 375 Investmentfondsgesellschaften, die dem Branchenverband angehören, verwalten jeweils weniger als zehn Mrd. Dollar. Insgesamt ist ihr Anlagekapital nur halb so hoch wie das von Fidelity Investments: Der Branchenprimus verwaltet über eine Billion Dollar, davon rund 860 Mrd. Dollar in Fonds.

Thomas Putnam, beim ICI für die Belange der kleineren Fondsgesellschaften zuständig, warnte den Senat schon im März vor einem „Rundumschlag“, weil Gesellschaften mit einem geringeren Anlagekapital unverhältnismäßig stark belastet würden. Guy Moszkowski, Analyst bei Merrill Lynch, rechnet mit Einbußen bei der Gewinnmarge für die Fondsgesellschaften. Sie dürfte von durchschnittlich 34 Prozent auf 27 Prozent fallen, wenn die strengsten SEC-Regeln befolgt werden, schrieb der Analyst im Mai. Die finanziellen Folgen des Fondsskandals könnten auch Fusionen und Übernahmen bedeuten. Die Investmentbank Berkshire Capital prognostiziert, dass kleinere und mittlere Gesellschaften nach Inkrafttreten der neuen Regeln auf Partnersuche gehen werden.

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