Fondsvergleich
Gerling Deutschland Fonds erleidet Rekordverlust

Minus 62 Prozent in nur vier Wochen - einen so hohen Verlust, wie ihn der Gerling Deutschland Fonds für Oktober ausweist, hat es bei einem auf heimische Dividendentitel spezialisierten Produkt noch nicht gegeben. Damit ist der zuvor im oberen Mittelfeld stehende Fonds der Talanx-Tochter Ampega Gerling im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich seiner Kategorie auf den letzten Platz abgerutscht.

HAMBURG. Die katastrophale Bilanz geht zurück auf fehlgeschlagene Absicherungsgeschäfte, die insgesamt sechs von Ampega Gerling angebotene Fonds in die Tiefe rissen. Weil dabei nach Auskunft von Geschäftsführer Walter Schmidt in einem Fall gegen die Derivateverordnung und in vier weiteren Fällen gegen interne Sicherheitsrichtlinien verstoßen wurde, hat Ampega Gerling die betroffenen Anleger mit insgesamt 17 Millionen Euro entschädigt. Einzig die Anteilseigner des Gerling Deutschland gingen leer aus. "Bei diesem Fonds gab es keinerlei Regelverstöße", begründet Schmidt. Gleichwohl sollen jene Art von Geschäften, die im extremen Marktumfeld der zweiten Oktoberwoche zum Absturz führten, bei Ampega Gerling künftig tabu sein.

Auch Rainer Lemm, Manager des über zwölf Monate auf Rang eins liegenden Kapitalfonds LK Deutsche Aktien der Vermögensverwaltung Grossbötzl, Schmitz & Partner (GSP) in Düsseldorf, verfolgt bereits seit längerem eine Absicherungsstrategie. Dass daraus über Nacht ähnlich hohe Verluste resultieren wie beim Gerling Deutschland Fonds, schließt er aber definitiv aus: "Das einzige Risiko besteht darin, in einem wider Erwarten steigenden Markt der Konkurrenz hinterherzuhinken."

Aktuell hält der GSP-Manager ein solches Szenario aber für wenig wahrscheinlich. "Die Gewinne und auch die künftigen Dividenden deutscher Unternehmen stehen stark unter Druck", sagt er und widerspricht der Annahme, beides sei im aktuellen Kursniveau bereits enthalten: "Dann würde der Markt auf Negativmeldungen nicht mehr reagieren."

Weil Lemm bis zum Frühjahr mit neuen Rückschlägen rechnet, beträgt die Absicherungsquote seines Fonds aktuell noch immer 50 Prozent. "Möglicherweise gibt es im Februar Einstiegskurse, wenn nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Barack Obama klarer wird, wohin die USA steuern", sagt er. Bei der Einzeltitelauswahl vertraut der von Luxemburg aus agierende Manager weiter einem Computerprogramm, das die fundamental interessantesten Aktien herausfiltert. Dazu gehören unter anderem Siemens, BASF, Deutsche Börse und K&S, während die VW-Aktie - Ende September immerhin noch mit einem Anteil von 5,4 Prozent im Fondsvermögen vertreten - seit einigen Wochen nicht mehr an Bord ist.

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