Fondsvergleich
Osteuropas Aktienfonds melden hohe Verluste

Anleger haben hohe Erwartungen an Osteuropa-Fonds geknüpft. Die Fonds sollten indirekt durch Fördergelder der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in die Region profitieren.

FRANKFURT. Auch erhofften sich Anleger positive wirtschaftliche Impulse im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Jahr 2012. Doch in den vergangenen zwölf Monaten bescherten die Fonds deutliche Verluste. Bis zu 85 Prozent verloren sie an Wert.

Ein Fonds aus dem Hause Berenberg steht jeweils ganz oben und ganz unten auf der Feri-Rangliste. Der Berenberg-Emerging-Ukraine-Universal-Fonds verlor im Februar nochmals ein Viertel seines Fondsvermögens an der Börse in Kiew. Fondsmanager Ralph Luther setzt aktuell zu 67 Prozent auf ukrainische Aktien.

Allerdings handelt der Fondsmanager nur noch selten direkt: "Die Börse in Kiew ist ausgetrocknet", sagt Luther. Der Tagesumsatz liegt zum Teil unter 500 000 Dollar. "Der Großteil des Geschäfts läuft auf nicht-offiziellem Wege im Over-the-counter-Geschäft." Vom zweiten IWF-Hilfspaket verspricht sich Luther wieder Auftrieb. Bis Mitte April soll es so weit sein. "Bis dahin stehen die Investoren allerdings in Warteposition."

Die gesamte Osteuropa-Region wird sich nach Einschätzung von Peter Reichel vom Berenberg-East-European-Small & Mid-Caps-Fonds erst ab 2011 wieder vollständig von den Kursstürzen erholt haben. Polen, Tschechien, Ungarn und die Türkei sind seinen Angaben zufolge die Länder mit dem derzeit größten Potenzial. Der Fondsmanager verfolgt eine Stockpicking-Strategie und kauft nicht mehr nur die im Fondsprospekt ausgewiesenen Small- und Midcaps. "Mittlerweile sind nur noch wenige börsennotierte Unternehmen in Osteuropa mehr als vier Milliarden Euro wert", sagt Reichel. Fast alle Aktien aus der Region fallen also in sein Raster. Den Fonds will er daher schon bald umbenennen. "Auch einige der Large-Cap-Aktien sind mittlerweile echte Schnäppchen mit einer Dividendenrendite von mehr als 15 Prozent", freut sich der Aktienstratege.

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