Fondsvergleich
US-Fondsmanager meiden Problembranchen

"Drei Dinge braucht der Mann", warb Fernseh-Urgestein Hans-Joachim Kulenkampff in den 70er Jahren für eine Tabakfirma. Beschreiben Fondsmanager in diesen Tagen und Wochen die Erfolgsformel ihrer Anlagepolitik, geht es dagegen vor allem um eines – Verzicht.

HAMBURG. "Wir haben uns von den drei Sektoren Bergbau, Energie und Banken ferngehalten" sagt Hassan Elmasry und begründet damit das gute Abschneiden des von ihm und seinem vierköpfigen Team betreuten Morgan Stanley American Franchise. Mit einem eher moderaten Minus von 17,40 Prozent belegt der auf US-Titel spezialisierte Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich seiner Kategorie unter 274 Angeboten den fünften Platz (siehe Tabelle).

Alle drei genannten Bereiche, die sich bis zum Ausbruch der Kreditkrise überdurchschnittlich entwickelten, spielten allerdings bereits seit der Auflage im Dezember 2005 keine Rolle: Im Mittelpunkt der Anlagepolitik stehen Firmen, deren Kerngeschäft sich auf einzigartige immaterielle Vermögenswerte stützt. "Das kann eine Marke sein, ein Patent oder ein spezielles Verfahren", erläutert Elmasry.

Mit Philip Morris, Reynolds, Procter & Gamble, Johnson & Johnson oder Estee Lauder finden sich deshalb unter den größten Positionen im auf maximal 40 Titel begrenzten Portfolios überwiegend weltbekannte Konzerne, die Elmasry zufolge stark nachgefragte Produkte verkaufen und unabhängig von Marktzyklen einen soliden freien Cashflow generieren. Weil viele dieser Unternehmen vom zu erwartenden Konjunkturabschwung längst nicht so hart getroffen würden wie zum Beispiel Auto- oder Computerhersteller, sieht der Morgan-Stanley-Manager den jüngsten Kurseinbruch als gute Einstiegschance.

Gleich mit zwei Fonds, nämlich dem World Express US Dynamic und dem World Express US Equities, auf den vorderen Plätzen vertreten ist das britische Finanzhaus Standard Chartered. Beide gehören zur American Express Bank, die Standard Chartered Anfang 2008 übernommen hat. Während der WE US Equities moderat bewertete Wachstumsunternehmen kauft, strebt der WE US Dynamic Equities absolute Erträge an und setzt dafür auch moderne Finanzinstrumente wie Total-Return-Swaps und Futures ein.

Weil die beiden Manager Bob Reitzes und Mark Kurland angesichts der trüben Aussichten an den Weltbörsen in mehreren Bereichen Short-Positionen aufgebaut hatten, beendete ihr Fonds den Oktober mit einem Zuwachs von 12,12 Prozent. An ihrer negativen Markteinschätzung halten sie bis auf weiteres fest, insbesondere für den Bereich Informationstechnologie. Reitzes: "Angesichts der massiven Probleme der Weltwirtschaft dürften die Ausgaben von Unternehmen und Verbrauchern in diesem Bereich deutlich zurückgehen."

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