Fondsvergleich
US-Fondsmanager suchen krisenfeste Geschäftsmodelle

Charles Dreifus hat eine genaue Vorstellung davon, welche Risiken er im Fondsmanagement auf sich zu nehmen gewillt ist. "Der Kauf einer Aktie darf nicht riskanter sein als der Sprung von einem Pfannkuchen", sagt der Berater des auf kleinere amerikanische Substanzwerte spezialisierten U.S. Special Equity Fund von Gutmann.

HAMBURG. Mit dieser vorsichtigen Einstellung hat Dreifus es beispielsweise geschafft, die Krisenjahre 1998, 2001 und 2002 ohne Verlust zu überstehen. Nicht so die jüngste Krise: Zwar führt sein Fonds auf Sicht von zwölf Monaten die Vergleichskategorie an, das Minus fällt jedoch mit 14,80 Prozent zweistellig aus (siehe Tabelle). Ohne die gleichzeitigen Kursgewinne des US-Dollars gegenüber dem Euro hätte der Verlust sogar fast 30 Prozent betragen.

"Wir sind mit diesem Ergebnis nicht sonderlich glücklich", kommentiert Dreifus, der seit 40 Jahren im Investmentgeschäft arbeitet, folgerichtig. "Ähnlich wie im Bärenmarkt 1973/74 gab es in den vergangenen Monaten kaum eine Aktie, die sich dem Ausverkauf entziehen konnte", fährt er fort und erhofft sich eine weitere Parallele. So habe der Markt damals bereits im Folgejahr zu einer starken Erholung angesetzt.

Einen Grund, seine Investmentphilosophie zu ändern, sieht der Gutmann-Berater deshalb auch nicht: "Wir kaufen günstig bewertete Qualitätsunternehmen mit einem hohen Cashflow, die über ein krisenerprobtes Geschäftsmodell verfügen. Je stärker deren Aktien im Kurs fällen, desto attraktiver werden sie."

Zu den größten Positionen seines maximal 75 Titel umfassenden Portfolios gehören unter anderem der Laser-Spezialist Rofin Sinar, der Komponenten-Hersteller Park Electrochemical und der Geschenkverpackungs CSS Industries. -Großhändler

Tom Perkins, Manager des auf Rang drei liegenden Janus US Strategic Value, zieht bei der Beurteilung der aktuellen Lage ebenfalls den historischen Vergleich zu 1973/74. "Ein wesentlicher Unterschied besteht allerdings im höheren Verschuldungsgrad vieler Unternehmen", sagt er und schließt deshalb nicht aus, dass sich der US-Aktienmarkt ähnlich wie zu Beginn der 30er Jahre noch über eine längere Phase deutlich weiter nach unten bewegt. "Als ich Ende der 60er Jahre anfing, Portfolios zu managen, habe ich für einen Investor gearbeitet, der diese Zeit noch aktiv miterlebt hat", erzählt Perkins und erinnert an dessen Lehren aus der Weltwirtschaftskrise: "Kaufe Firmen mit guten Bilanzen, positiven Cash flows und niedrigen Bewertungen."

Dieser Strategie will er auch in den kommenden Monaten folgen, und "es gibt derzeit eine Menge Firmen, die diese Kriterien erfüllen". Um die Risiken möglichst breit zu streuen, hält der Janus-Manager bis zu 150 Titel, doppelt so viele wie Dreifus.

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