Fondsvergleich
VW verzerrt Ergebnisse deutscher Aktienfonds

In fallenden Aktienmärkten sind sie das schlechteste Investment, das ein Anleger tätigen kann. Diese Meinung war in den vergangenen Jahren häufig zu hören, wenn über die Vor- und Nachteile von börsennotierten Indexfonds (kurz ETFs für Exchange Traded Funds) debattiert wurde. Der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten Investmentfonds für deutsche Aktien bestätigt dieses Urteil nicht.

HAMBURG. Zum Stichtag 30. September stehen ausgerechnet die beiden ETFs DB-X-Trackers Dax und I-Shares Dax an der Spitze (siehe Tabelle). Auch im Oktober (Daten noch nicht in der Tabelle enthalten) änderte sich das Bild nicht: Während die ETFs rund 16 Prozent an Wert verloren, waren es beim DWS Aktien Strategie Deutschland 22 Prozent und beim Zwölf-Monats-Schlusslicht Cominvest Fondak 26 Prozent.

"Für viele aktive Fondsmanager ist es offenbar schwierig, das richtige Timing zu finden und die Vorteile einer höheren Cash-Quote auszunutzen" kommentiert Claus Hecher, Vertriebschef des I-Shares-Anbieters Barclays Global Investors Deutschland. Für Anleger bedeute dies, dass sie für höhere Gebühren weniger Leistung bekommen hätten.

Das möchte Heidrun Heutzenröder nicht auf sich sitzen lassen. Die Managerin des Fondak führt das bessere Abschneiden der Index-Konkurrenz im Abschwung weitgehend auf den "VW-Effekt" zurück. "Was derzeit mit dieser Aktie passiert, macht mich fassungslos", sagt sie konsterniert. Fundamental habe es für die Kursexplosion bei dem Wolfsburger Autobauer, dessen Stammaktie im Fondak schon seit geraumer Zeit nicht mehr vertreten ist, keinen Grund gegeben. "Die Börse ist zum Spielkasino geworden, mit unabsehbaren Folgen für das Anlegervertrauen", klagt Heutzenröder und bekräftigt, an ihrem substanzwertorientierten Kurs auf jeden Fall festhalten zu wollen. Zwar werde es eine ganze Weile dauern, bis auf dem Parkett wieder Normalität einkehre. Jenseits von VW böten deutsche Aktien mittlerweile jedoch "historisch günstige Einstiegschancen". Das gelte nicht nur für die meisten Dax-Titel, sondern auch für einzelne im M-Dax vertretene Unternehmen, die aktuell knapp 15 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

Ähnlich sieht es Björn Drescher. "Es ist durchaus möglich, dass der Dax nach einer Marktberuhigung per Saldo über Jahre auf der Stelle tritt", sagt der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" in St. Augustin. Strategische Investoren seien in einem solchen Fall mit einem aktiv verwalteten, auf Substanzwerte spezialisierten Fonds wie dem Fondak besser bedient. Wer dagegen nur kurzfristig von einer Erholung der deutschen Aktienkurse profitieren wolle, habe dazu nach der Entscheidung der Deutschen Börse, den VW-Anteil im Dax auf 10 Prozent zu kappen, mit einem ETF die besseren Chancen.

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