Fondsvergleich
Zwei Europa-Fonds von Gerling liegen hinten

Ähnlich wie im Sektor "Aktien Deutschland" liegen auf Zwölf-Monats-Sicht auch im Sektor "Aktien Europa" zwei Fonds aus dem Hause Ampega Gerling ganz am Ende der Tabelle: Der Gerling Europa Aktien verlor zwischen November 2007 und Oktober 2008 fast 66 Prozent an Wert, der Gerling Aktiv 69 Prozent. Schuld sind fehlgeschlagene Absicherungsgeschäfte, deren drastische Verluste auch inzwischen gezahlte Ausgleichszahlungen wenig zu mindern vermochten.

HAMBURG. Doch es gibt in der Palette der Kölner Investmentgesellschaft auch Lichtblicke. So stammt der Zwölf-Monats-Spitzenreiter DJ Stoxx 600 Benchmark Minimum Varianz AMI ebenfalls aus dem Hause Ampega Gerling. Dieser im Frühjahr 2007 aufgelegte und vom Vermögensverwalter Dr. Lux & Preuner in Grünwald beratene Fonds verzichtet grundsätzlich auf den Einsatz von Derivaten. "Unser Minimum-Varianz-Konzept basiert auf der modernen Portfoliotheorie", erläutert Geschäftsführer Marc-Oliver Lux. Das Ziel bestehe darin, aus dem Universum des DJ Stoxx 600 ein Portfolio zu bauen, das eine vorab definierte Rendite mit möglichst niedrigem Schwankungsrisiko erzielt. Auf dem Weg dorthin wählt ein Computerprogramm im ersten Schritt aus dem Vergleichsindex jene Titel aus, die eine möglichst hohe relative Stärke aufweisen. "Diese Auswahl prüfen wir noch einmal anhand fundamentaler Kriterien und starten dann mit der Optimierung", fährt Lux fort.

In der Regel hält der Vermögensverwalter mindestens drei Monate an den 20 bis 40 ausgewählten Aktien fest. Da er jeder Position ein Stop-Loss-Limit zuweist, kann es jedoch theoretisch passieren, dass die Barreserve bis zur nächsten planmäßigen Anpassung auf 100 Prozent steigt. "Das war zum Beispiel im Oktober der Fall", sagt Lux. Das erklärt, warum der DJ Stoxx 600 Benchmark Minimum Varianz AMI in diesem schwarzen Börsenmonat gegen den Trend 3,81 Prozent zulegen konnte.

Ein ähnliches Konzept wie Lux verfolgt die in Genf ansässige Investmentgesellschaft Unigestion mit ihrem bereits 2004 aufgelegten Fonds Uni-Global Minimum Variance Europe. Dessen Volumen ist allerdings mit 1,1 Mrd. Euro ungleich größer als das Ampega-Gerling-Produkt. "Insgesamt verwalten wir in Minimum-Varianz-Strategien 2,2 Mrd. Euro, rund 450 Mio. Euro davon für deutsche Kunden", sagt Unigestion-Sprecherin Cindy Badel.

Eine Optimierung dieses Portfolios findet alle vier Wochen statt, im Schnitt sind dort rund 80 Aktien enthalten. Die vergleichsweise gute Wertentwicklung der vergangenen Monate führt Badel unter anderem auf die Übergewichtung defensiver Sektoren wie Telekommunikation oder Nahrungsmittel zurück. Bei der jüngsten Anpassung rückten allerdings Einzelhandels- und Versorgertitel stärker in den Fokus, während vor allem der Automobilsektor durch den Verkauf von VW an Boden verlor.

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