Frankfurt-Trust setzt auf den Mobilfunk und rechnet mit Investitionen
Telemedien-Fonds spekulieren auf Kursschub

Lange geschmäht und jetzt wieder en vogue. In Aktien aus der Telekom- und Medien-Industrie steckt noch Potenzial.

HB/vwd FRANKFURT/M. Das glauben zumindest Fondsmanager Friedrich Diel von Frankfurt-Trust und Friedrich Strasser, Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft des österreichischen Bankhauses Gutmann. Doch welche Sektoren innerhalb der Bereiche Telekommunikation und Medien am aussichtsreichsten sind, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Diel setzt im „Direktfonds Telekommunikation FI“ zur Zeit vorwiegend auf Telekom-Zulieferer. Im von Gutmann aufgelegten „Technomedia Fonds“ dominieren dagegen Software-Titel und asiatische Halbleiterhersteller.

Unter den in der Tabelle ausgewerteten 43 Fonds für Telekommunikations- und Medienwerte liegt der Frankfurt-Trust-Fonds mit einem Wertzuwachs über zwölf Monate bis Ende Juli von rund zehn Prozent auf dem sechsten Rang. Das Gutmann-Produkt rangiert mit einer Wertentwicklung von 6,4 Prozent im gleichen Zeitraum auf dem neunten Platz.

Der Grund für die positive Entwicklung? Nach dem Ende des Booms im Telekom-Sektor hätten Outsourcing-Firmen und Zulieferer drastisch Kapazitäten abgebaut und damit ihre Kosten gesenkt, erläutert Frankfurt-Trust-Experte Diel seine Vorliebe für diese Unternehmen.

Diel erwartet, dass sie bei einem Aufschwung bei niedrigen Fixkosten schnell hohe Erträge einfahren werden. Das werde bei den Aktien dieser Firmen zu einer besonders starken Hebelwirkung führen. Und die will er nutzen. Er setzt dabei vor allem auf den Mobilfunk. Denn er glaubt, dass die stärkere Nutzung von neuen Multimedia-Angeboten wie Datentransfer oder Bildnachrichten nicht nur den Mobilfunk- Anbietern Geld bringt, sondern auch Investitionen in die Infrastruktur zur Folge hat. „Sonst brechen irgendwann die Netze zusammen“, erklärt Diel.

Entsprechend hat er gut investiert bei Auftragsfertigern, Zulieferern oder Netzwerk-Ausrüstern wie Sanmina-SCI, PMC Sierra, Agere Systems oder Cisco. Doch auch bei den Kursen der großen Telekom-Anbieter wie der Deutschen Telekom oder Vodafone ist nach Ansicht von Diel das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Die Telekom kommt beim Schuldenabbau gut voran und ist insgesamt gut aufgestellt“, erläutert der Experte. Auch Vodafone sei als einer der größten Mobilfunkanbieter „solide finanziert“.

Die Aktie des britischen Mobilfunk-Riesen gehört auch im Technomedia Fonds von Gutmann zu den größten Titeln. Doch gegenüber Festnetz-Anbietern ist man im Hause Gutmann wegen der immer hohen Schulden skeptisch. Eher setzt man auf Software, denn Friedrich Strasser zufolge wurde in diesem Bereich lange Zeit nichts investiert. „Deswegen steht Microsoft ganz oben auf der Liste der Einzelwerte“, erklärt der Gutmann-Geschäftsführer. Bei ihm zählt auch das Sicherheitssoftware-Unternehmen Veritas zu den größten Einzelwerten zählt.

Im Halbleiter-Bereich sehen die Strategen aus Österreich vor allem bei asiatischen Anbietern wie Taiwan Semiconductor oder Samsung Electronics noch Potenzial. „Denn diese Firmen sind vor allem im DRAM-Bereich sowie bei Komponenten für Mobilfunk und Unterhaltungselektronik stark“, erläutert Strasser, „und wir sehen erste Anzeichen für anziehende Preise in diesen Bereichen“. Anders als Frankfurt-Trust-Experte Diel erwartet Strasser in absehbarer Zeit keine Erholung bei den Investitionen der Telekomunternehmen, weswegen die Netzwerk-Ausrüster im Gutmann-Fonds unterrepräsentiert seien.

Beide Fondsexperten glauben, dass sich die Fundamentaldaten für die Telekommunikations- und Medien-Werte erst zum Jahresende oder Anfang nächsten Jahres wirklich bessern. Und solange der Markt nach oben geht, will Diel weiter die offensiven Zulieferer übergewichten. „Sollte sich der Anstieg aber abschwächen“, so der Fondsmanager, „werden wir stärker in die defensiven Carrier-Titel umschichten“. Auch der Gutmann-Fonds bleibt Strasser zufolge auf der Hut. „Wenn der Markt schwächelt, investieren wir in die großen Qualitätsunternehmen, die auch Marktkrisen überleben werden“.

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