Frauen-Fonds

Mit kontroversen Frauen-Fonds Geld verdienen

Mit Fonds in Frauen investieren? Klingt seltsam, doch dahinter steckt eine profitable Anlagestrategie. Einige Vermögensverwalter setzen auf frauen-fokussierte Fonds. Doch nicht jeden überzeugt die Idee.
Frauen haben es in der Wirtschaftswelt noch immer schwer. Die Finanzbranche könnte Abhilfe leisten – mit frauen-fokussierten Fonds.
Frauen-Fonds

Frauen haben es in der Wirtschaftswelt noch immer schwer. Die Finanzbranche könnte Abhilfe leisten – mit frauen-fokussierten Fonds.

DüsseldorfJason Baron verwendet einen ungewöhnlichen Indikator, um Aktien zu bewerten: Frauen. Bei U.S. Trust in Boston arbeitet er in einem kleinen, aber wachsenden Teil der Vermögensverwaltungsbrache, der auf die Idee setzt, dass es sich beim Investieren lohnt, auf das Geschlecht zu achten. Das Hauptargument, das durch Studien untermauert wird: Unternehmen mit einem relativ hohen Frauenanteil in Führungspositionen entwickeln sich besser als solche, die von Männern dominiert sind.

Traditionalisten mögen darüber spotten. Aber: Das etwa halbe Dutzend Frauen-fokussierte Fonds und Investmentstrategien – ein winziger Teil des 6,6 Billionen Dollar schweren Sektors für „gesellschaftlich verantwortungsvolles“ Investieren – hat sich überdurchschnittlich entwickelt. Die „Women & Girls Equality“- Strategie von Baron, die Private-Banking-Kunden angeboten wird, hat ihren Vergleichsindex 2013 und 2014 übertroffen, liegt in diesem Jahr allerdings bislang leicht darunter. Bis zur jüngsten Marktschwäche verzeichneten mehrere globale Investmentfonds mit ähnlichem Schwerpunkt zweistellige Renditen.

Was Frauen fahren wollen
Platz 10 - Dacia - Frauenanteil: 35,3 Prozent
1 von 10

Jeder dritte Dacia wird an eine Frau verkauft. Damit schafft die rumänischen Billigtochter von Renault den Sprung unter die zehn Automarken mit dem höchsten Frauenanteil.

Platz 9 - Opel - Frauenanteil: 35,4 Prozent
2 von 10

Mit knuffigen Kleinwagen und einem femininen Touch in der Werbung wendet sich Marketingchefin Tina Müller bewusst an die weibliche Kundschaft. Eine Strategie, die aufgeht. Unter den deutschen Hersteller haben die Rüsselsheimer den höchsten Frauenanteil.

Platz 8 - Seat - Frauenanteil: 36,6 Prozent
3 von 10

Die Spanier sind im Kleiwagensegment traditionell gut aufgestellt. Das hebt den weiblichen Schnitt auf überdurchschnittliches Niveau.

Platz 7 - Mitsubishi - Frauenanteil: 37,8 Prozent
4 von 10

Die Japaner haben in Deutschland eine überschaubare Modellpalette - aber die kommt bei Frauen offensichtlich überdurchschnittlich gut an.

Platz 6 - Toyota - Frauenanteil: 39,5 Prozent
5 von 10

Der japanische Riese hat nicht nur einen außerordentlich gute Rendite, sondern auch einen hohen Anteil weiblicher Käufer. Modelle wie der Aygo und der Auris treffen offenbar den Geschmack der Frauen.

Platz 5 - Renault - Frauenanteil: 40,1 Prozent
6 von 10

Die Franzosen haben ihre Designsprache in den vergangenen Jahren überarbeitet. Ihren nach wie vor hohen Frauenanteil haben sie damit nicht verloren.

Platz 4 - Hyundai - Frauenanteil: 40,3 Prozent
7 von 10

Die Koreaner punkten mit kleinen um kompakten Modellen und einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Das überzeugt die weibliche Kundschaft.

Ob es der Fokus auf Frauen, die Umwelt oder die Menschenrechte ist: Ein sozialverantwortlicher Ansatz ist eine Möglichkeit, Geld und Gewissen in Einklang zu bringen. Doch bei vielen ist die Frage, ob es bei der sogenannten Gender-Brille darum geht, etwas zu verändern, oder nur um Profit. Zumindest ein Frauen-fokussierter Fonds gibt nicht einmal vor, mit seiner Aktienauswahl Frauen im Management fördern zu wollen, sondern sucht nach Unternehmen, die vorwiegend von Frauen gekaufte Produkte herstellen – etwa Kosmetika.

Manager wie Baron oder Eve Ellis, die das „Parity Portfolio“ von Morgan Stanley verwaltet, verweisen auf Studien der letzten zehn Jahre, die darauf hindeuten, dass man mit Aktien von Unternehmen mit vielen Frauen in Spitzenpositionen Geld verdienen kann. Hervorgehoben wird vor allem die erste „Women Matter“-Studie von McKinsey & Co. von 2007. Wenn man die Gender-Brille richtig nutze, „muss man für soziale Rendite keine finanzielle Rendite opfern“, erklärt Ellis.

Diese Fondskategorien haben zum Halbjahr abgeräumt

GAM Star Fund p.l.c. China Equity Ordinary

WKN
ISIN
IE00B1W3WR42
Börse
INVF

+0,03 +0,11%
+32,06€
Chart von GAM Star Fund p.l.c. China Equity Ordinary
GAM Star China Equity USD Acc
1 von 14

Gelistet sind die Fonds nach der durchschnittlichen Wertentwicklung der jeweiligen Peergroup, die die Fonds wahlweise in Regionen, Branchen oder Anlageklassen unterteilt. In dieser Halbjahresbilanz wird dann der jeweils stärkste Fonds der Peergroup mitsamt seiner Performance angezeigt.

Die stärkste Entwicklung zeigten chinesische und japanische Titel. Den ersten Platz errang die Peergroup „Aktien China“. Im Durschnitt entwickelte sich der Wert der beinhalteten Titel von Januar bis Juni um 23,71 Prozent. Stärkster Fonds innerhalb der Grupp war der „GAM Star China Equity USD Acc“, der stolze 35,51 Prozent Wertentwicklung schaffte.

Man Funds Plc Man GLG Japan CoreAlpha Equity D JPY

WKN
ISIN
IE00B5649C52
Börse
INVF

-224,00 -0,99%
+22.496,00€
Chart von Man Funds Plc Man GLG Japan CoreAlpha Equity D JPY
GLG Japan CoreAlpha Equity D JPY
2 von 14

Am zweitstärksten entwickelte sich die Gruppe „Aktien Japan“. Hier belief sich im ersten Halbjahr die durchschnittliche Entwicklung auf 23,12 Prozent. Stärkster Fonds innerhalb der Peergroup war hier der „GLG Japan CoreAlpha Equity D JPY“. Der Fonds legte von Januar bis einschließlich Juni 29,86 Prozent zu.

Allianz Global Investors Fund V Allianz Japan Smaller Companies A

WKN
ISIN
IE0002554024
Börse
INVF

+1,16 +1,66%
+70,84€
Chart von Allianz Global Investors Fund V Allianz Japan Smaller Companies A
Allianz Japan Smaller Companies - A - EUR
3 von 14

Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 20,97 Prozent belegte die Gruppe „Japanische Mittel- und Kleinwerte“ den dritten Platz. Unter den Fonds für Nippon-Aktien zweiter und dritte Reihe erreicht der „Allianz Japan Smaller Companies A-Eur“ die Spitzenposition. Dessen Kurs wuchs in den ersten sechs Monaten des Jahres um 27,48 Prozent.

PMG Partners Funds PMG Global Biotech Fund I

WKN
ISIN
LU0426487442
Börse
INVF

-0,29 -0,27%
+105,79€
Chart von PMG Partners Funds PMG Global Biotech Fund I
PPF - CP Global-BioPharma Fund
4 von 14

Auf den vierten Platz schaffte es die Peergroup „Gesundheitswesen Global“ mit einem durchschnittlichen Kursanstieg von 19,34 Prozent. In dieser Gruppe liefert der „PPF-CP Global-BioPharma Fund“ die beste Entwicklung mit einem aktuellen Plus von 30,53 Prozent.

Bellevue Funds (Lux) BB Entrepreneur Europe Small B

WKN
ISIN
LU0631859229
Börse
INVF

+1,49 +0,44%
+340,19€
Chart von Bellevue Funds (Lux) BB Entrepreneur Europe Small B
Bellevue F (Lux) BB Entrepreneur EurSmall B EUR
5 von 14

An fünfter Stelle steht der „Bellevue Entrepreneur EurSmall“-Fonds. In seiner Referenzgruppe „Europäische Mittel- und Kleinwerte“, die im laufenden Jahr einen durchschnittlichen Wertanstieg von 18,22 Prozent errang, belegt der Fonds die Spitzenposition mit einer Performance von 27,03 Prozent.

Lupus alpha Fonds Lupus alpha Smaller Euro Champions A

WKN
ISIN
LU0129232442
Börse
INVF

+1,19 +0,51%
+232,65€
Chart von Lupus alpha Fonds Lupus alpha Smaller Euro Champions A
Lupus Alpha Smaller Euro Champions A
6 von 14

Dicht dahinter folgt die Peergroup der mittleren und kleinen Werte der Eurozone mit einer Entwicklung von durchschnittlich 18,03 Prozent. Bester Fonds hier mit einer Performance von 23,79 Prozent: Der „Lupus Alpha Smaller Euro Champions A“.

Kepler Small Cap Aktienfonds T

WKN
ISIN
AT0000653670
Börse
INVF

-1,62 -0,41%
+397,28€
Chart von Kepler Small Cap Aktienfonds T
Kepler Small Cap Aktienfonds T
7 von 14

An siebter Stelle kommt die Kategorie „Aktien Welt - kleine und mittlere Werte“ mit einer Entwicklung von 15,16 Prozent. Unter diesen zeigte der „Kepler Small Cap Aktienfonds T“ die bisher beste Performance mit einem Ergebnis von 18,69 Prozent.

Die meisten der Fonds versuchen, die Art von Erträgen zu erzielen, die laut McKinsey-Studie Frauen in Führungspositionen bringen können. Der UBS Hana She&Style in Südkorea allerdings konzentriert sich auf Firmen, die Produkte herstellen, die „weibliche Konsumenten ansprechen“, etwa Handys und Makeup.

Dieser Ansatz sei eine etwas großzügige Anwendung der Gender-Brille im Investmentbereich, erklärt Barbara Krumsiek, Senior Industry Fellow am Women's Leadership Institute der Georgetown University und ehemals CEO von Calvert. Doch das dürfte manche wenig kümmern: She&Style hat in diesem Jahr 18 Prozent Ertrag gebracht – mit Beteiligungen unter anderem am Hautpflegeproduzenten Amorepacific und Küchenhersteller Hanssem Co.

Nicht jeder hält etwas von der Gender-Brille
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