Fremdwährungsrisiken
Fondsmanager setzen auf Dollar und Yen

Der DWS Inter-Vario-Rent gehört derzeit zu den erfolgreichen internationalen Rentenfonds. Trotzdem bringt er nur zwölf Mill. Euro auf die Waage. "Viele fürchten ein Fremdwährungsrisiko von 60 Prozent", begründet DWS-Manager Björn Pietsch die Zurückhaltung der Anleger.

HAMBURG.Mit einem Wertzuwachs von 2,7 Prozent belegt der DWS Inter-Vario-Rent in der aktuellen Zwölf-Monats-Statistik Rang drei in der Kategorie der global anlegenden Rentenfonds. Trotzdem bringt er nur zwölf Mill. Euro auf die Waage. Zum Vergleich: Die beiden führenden Fonds haben ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich, der Viertplazierte ist sogar über drei Mrd. Euro schwer.

DWS-Manager Björn Pietsch begründet die Zurückhaltung der Anleger mit dem Anlagekonzept: Der Fonds investiert ausschließlich in Papiere mit kurzer Restlaufzeit und orientiert sich an einem internen Vergleichsindex, der zu je 40 Prozent aus Euro und US-Dollar und zu je zehn Prozent aus britischen Pfund und japanischen Yen besteht. "Viele Anleger fürchten ein Fremdwährungsrisiko von 60 Prozent und aktuell besonders einen Dollarverfall", sagt Pietsch.

Dabei sei es momentan die Währungsseite, die einen Kurzläuferfonds nach vorn bringe; von der Zinsseite hätten Anleger weniger zu erwarten. So seien im Wesentlichen die Fremdwährungen für die positive Wertentwicklung in den vergangenen Monaten verantwortlich. Pietsch sieht auch in naher Zukunft keine Änderung: "An den internationalen Zinsmärkten wird sich nicht viel tun. Sehr viel hängt von den Währungsentwicklungen, vor allem vom Dollar-Euro-Verhältnis ab", sagt der DWS-Manager.

Ein hoher Fremdwährungsanteil kann einem Fonds jedoch auch die Rendite verderben. So geschehen beim PEH Q-Renten Welt, der anders als der DWS-Fonds in Kurz- und Langläufer investiert. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre gehörte er zu den Top-Fonds, aktuell liegt er abgeschlagen auf Rang 177 von 180 Produkten. PEH-Manager Thorsten Kieker begründet das Abfallen mit dem breiten Währungskorb der Vergleichsbenchmark: "In schwachen Euro-Phasen liegen wir damit vor Konkurrenzprodukten mit hohem Euro-Anteil, in starken Euro-Phasen hinken wir hinterher."

Auch Thierry Feltgen sieht die aktuelle Schwäche des PEH-Fonds im Währungs-Mix begründet. "Die Devisenbewegungen bringen in der Regel keinen Zusatznutzen", sagt der Anlageberater von Fund Market in Luxemburg. Er hält generell wenig von global anlegenden Rentenfonds, die sich an Indizes orientieren. Der internationale Index JP Morgan Government Bond etwa habe in drei beziehungsweise fünf Jahren nur zwei bis drei Prozent zugelegt, das Euro-Pendant jedoch jeweils über 30 Prozent. Feltgen rät Anlegern, im Rentensektor strategisch auf Euro zu setzen und Währungen nur dort beizumischen, wo aktuell Chancen bestehen. "Eine Diversifizierung bei Aktien ist gut; im Rentenmarkt sollten Euro-Anleger beim Euro bleiben", sagt der Anlageberater.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%